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DRUCKMUSEUM
Graz - Austria - Tel.+43.664.3007958 - Fax: +43.316.421646 - E-mail: elis.management@aon.at

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Tiefdruck

Prinzip
Beim Kupferdruck liegen die druckenden Stellen (Farbträger) vertieft. Nach dem Einfärben mit dünnflüssiger, rasch verdunstender Farbe wird diese von der Plattenoberfläche entfernt, so dass sie nur in den vertieften Farbnäpfchen verbleibt. Beim Druckvorgang wird die Farbe dann durch ein saugfähiges Papier aufgesogen.

 
1502 Tiefdruckerei Pierre Gandon Kupferdruckpresse Rops
Kupferdruck

Kalte Verfahren (trockene, manuelle Verfahren)
 Spitz-, Boll-, Flach-, Facett- und Fadenstichel

Kupferstich Kupferstich Kupferstich
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Kupferpresse
Kupferstich Kupferstich

Kupferstich
(Siderographie, Linienstich)
Der älteste datierte Kupferstich ist anonym und stammt aus dem Jahre 1446. In eine Kupferplatte wird vom Kupferstecher mit einem Stichel die Zeichnung seitenverkehrt eingeschnitten.
Ritter, Tod und Teufel Hieronymus Melancholiae

Altester Kupferstich aus dem Jahre 1446                            Die 3 Meisterkupferstiche von Albrecht Dürer: "Ritter, Tod und Teufel" 1513, "Hieronymus im Gehäus" 1514
,"Melencolia" 1514

Stahlstich
Das Bild wird in Eisen gestochen und die Platte mit Stahl gehärtet. Mit diesem gehärteten Stempel wird das Bild in die Kupferplatte eingeprägt.

Niello
Die ins Metall geschnittenen Gravuren werden mit Nigellium (schwarze, aus Schwefelsilber hergestellte Masse) gefüllt, welches durch Erhitzen mit dem Metall der Platte verschmilzt. Nach dem Polieren der Oberfläche erscheint eine schwarze Zeichnung auf silbernen Grund.

Mezzotinto (Englische Manier, Schabtechnik)
Die Oberfläche der Kupferplatte wird mit einem Granierstahl (Wiegemesser) oder Sandpapier aufgeraut und anschließend jene Stellen, die hell erscheinen sollen, mit einem Polierstahl geglättet.

Mezzotinto Mezzotinto Mezzotinto

Punzenstich
Mit einem Stahlspitz oder Zahnrädchen werden in die Plattenoberfläche Punkte vertieft.

Kaltnadeltechnik
Mit einer Stahlnadel wird auf die blanke Kupferplatte gezeichnet.    

Warme Verfahren (nasse Verfahren, Ätzverfahren)

Radierung
Die erster Radierung wird mit 1505 datiert. In die säurefeste Harz- oder Asphaltbeschichtung der Plattenoberfläche wird mit einer spitzen Radiernadel die Zeichnung seitenverkehrt aufgetragen. Beim anschließenden Ätzen im Scheidewasser (Säurebad aus Eisenchlorid oder Salpetersäure) werden die frei gelegten Stellen vertieft.
Radierung: Rambrandt, Bildnis seiner Mutter.

Aquatinta
Die gestochene Platte wird mit Kolophonium- oder Asphaltpulver bestäubt und erwärmt, wodurch das Puder anschmilzt. Beim Ätzen entsteht dadurch eine fein strukturierte Fläche, die sich ideal für die Wiedergabe von Halbtönen eignet. Varianten der Aquatinta sind die Salz-Aquatinta, die Sulphur-tint-Methode, die Weingeist- oder Krakeluren-Aquatinta, die Sandpapier-Aquatinta, das Aussprengverfahren und die Reservage.

Vernis mou (Weichgrundätzung)
Die Plattenoberfläche wird mit einer klebrigen Lackmasse überzogen, darauf ein körniges Papier gelegt und auf diesem unter kräftigem Aufdrücken mit einem Stift gezeichnet. Durch den Druck klebt der Lack bei den Zeichenlinien an der Blattunterseite an und wird beim Wegnehmen des Papierblattes von der Plattenoberfläche abgehoben, sodass die Zeichnung auf der Platte frei liegt.

Punktiermanier
Der ätzgrund wird mit verschiedenen Nadeln durchstochen.

Crayonmanier (Kreidetechnik)  
Die auf den Ätzgrund aufgebrachte Zeichnung wird mit verschiedenen Instrumenten wie Radiernadel, Mattoir (gezähntes Hämmerchen), Feilen, Roulette oder Echoppe (breite Radiernadel) bearbeitet.

Farbdruckverfahren
Kolorierte oder illuminierte Umrissradierung, Farbdruck von einer Linienstichplatte, Farbdruck von einer Schabkunstplatte, Farbstich (Farbdruck von mehreren Schabkunstplatten), Aquarella, Farbradierung (Aquatinta-Flächenätzung).

Direktätzung
Die Säure wird durch Aufmalen, Auftropfen, Aufwischen oder Auftupfen direkt auf die Platte gebracht.
  

Rakeltiefdruck (Kupferdruck oder Heliographie)
1839 Erfindung der Daguerretypie in Zusammenarbeit von Daguerre und Niepce.
 

                                                                           Heliogravure aus dem Jahre 1851

Das Druckbild wird auf ein lichtempfindliches Pigmentpapier kopiert und mittels diesem auf den Kupferzylinder übertragen. Die so aufgebrachte Zeichnung des Kupferzylinders wird tief geätzt. Beim Druckvorgang taucht der Zylinder in eine Farbbecken und nimmt die dünnflüssige Druckfarbe auf. Eine Rakel streift die überschüssige Farbe an der Oberfläche ab, so dass beim eigentlichen Druck die Papierbahn die nur in den Vertiefungen verbliebene Farbe heraus saugt.   

Stahlreliefdruck
Die Zeichnung wird in eine Stahlplatte graviert. Der dadurch ermöglichte hohe Druck erzeugt ein reliefartiges Aussehen des Bildes.