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Ausbildung

1450
Buchdrucker

Ich bin geschicket mit der preß So ich aufftrag den Friniß reß / So bald mein dienr den bengel zuckt / So ist ein bogn papyrs gedruckt. Da durch kombt manche Kunst an tag / Die man leichtlich bekommen mag. Vor zeiten hat man die Bücher gschribn / Zu Meintz die Kunst ward erstlich treibn.


Reisser Formschneider Schriftgießer Kupferstecher Permennter
Reisser / Formschneider / Schriftgießer / Kupferstecher / Pergamenter /

Papyrer Buchdrucker Kupferdrucker Buchbinder Goldschlager
Papyrer / Buchdrucker / Kupferdrucker / Buchbinder / Goldschlager

1668
Beschreibung der Buchdruckerey von Johann Fugger im "Spiegel der Ehren des Höchst löblichen Kayer- und Königlichen Erzhauses Österreich"
Vivitur ingenio:Typoglyphae munere vivit Ingenium: aeternos ars facit ista vivit En Calamum pec quid miratu dignius: una momento voces scribere mille soler

1672
Von dem Faktor Georgen Hofmann und dem Gesellen Georg Wolffger wird ein Lehrbuch für die Setzer und Drucker der Offizin Widmanstetter, das "Format Büchlein" verfasst.

Die schön- unnd Edle Druckerey / Wer läugnet daß zu lieben sey / Der weiß nit daß es worden ist / Die Cancley deß HErrn JESU CHRIST. RHE TOG SET sell A soerg'z reres  / Alles z'groesserer EHR GOTTES. Dz Pap. muß gefeuchter stehn / Gut 4. un zwanzig Stud / Beschw. wol ueber 1. Cente / Ehe dzmas drucke kud. / Weil dann die Schriften und Papier Alles wol feucht muß haben / So pflegen auch mir Wein unnd Bier / Die Drucker sich zulabe.   

1771
Die "Buchdruckerordnung" wird erlassen. Darin sind die Ausbildung der Lehrlinge sowie die Pflichten und Rechte der Gesellen und Prinzipale geregelt: Die Lehrzeit beträgt fünf bzw. vier Jahre.

1774
Unter Kaiserin Maria Theresia erstes Schulgesetz für Österreich, die „Allgemeine Schulordnung für die deutschen  Normal-, Haupt- und Trivialschulen in sämmtlichen kaiserl. königl. Erbländern“ von
Johann Ignaz von Felbiger vom 6. Dezember 1774. Darin wird die allgemeine Schulpflicht vom  6. bis zum 12. Lebensjahr fest gelegt und der ergänzende Schulunterricht zur Berufslehre für Lehrlinge und Gehilfen in Sonntagskursen grundsätzlich vorgesehen.
Allg. Schulordnung
Kaiserin Maria Theresia: Allgemeine Schulordnung

1787
Hofdekret Joseph II. zur Verbesserung der betrieblichen Ausbildung: Gründung von Sonntagsschule für "Handwerksburschen" mit "berufsbegleitendem Unterricht".

1798
Hannover, den 13ten Febr. 1798
Gebräuche der Papiermacher
wie solche üblich, und in k. k. auch Preußischen und übrigen Deutschen Staaten nur mündlich erhalten werden.
1. Die Lehrlinge betreffend:
Wenn ein Lehrling aufgedinget wird, so muß er ein Taufzeugnis haben, daraus wird ersehen, ob er ehelicher und ehelicher Geburt ist, ist er in der Ehe zu früh gebohren, und es fehlten mehr als 1 Monat, so ist er untüchtig.
2. Das Aufdingen kostet 2 Thir, darzu muß der Lehrherr 1 Thir und der aufzudingende Lehrpursche 1 Thir geben, dieses Geld wird vertheilet oder verschmauset.
3. Zum Aufdingen muß ein Meister 2 unpartheiische Gesellen haben, es darf ein Meister nicht mit denen Gesellen, und auch die dürfen nicht mit einander in der Blutsfreundschaft verwandt seyn, die beiden Gesellen müssen auch zuvor ihre Geschenke vom Meister erhalten haben; ist dieses alles in Richtigkeit, so können sie einen Lehrjungen aufdingen und lernen, und werden hernach vor eine vollgültige Werkstatt erkannt.
4. Der Meister bringt den Lehrpurschen zu 4 Jahren und 14 Tagen auf, im Namen der Heiligen Dreyeinigkeit Gottes, dabei hält er dem Lehrpurschen eine Vermahnung, wie er sich in seinen Lehrjahren zu verhalten hat, in Gegenwart seiner zwei oder mehrerer Gesellen, dabei die 2 Thir erlegt werden müssen.
5. Der Lehrpursche muß sich in seiner Lehrzeit getreu, gehorsam und ehrerbietig gegen seinen Lehrherrn, aber noch mehr gegen die Gesellen verhalten, denn die Gesellen haben das Recht, bei jedem Versehn den Jungen mit Schlägen zu traktieren, welches auch oft in Misshandlungen ausfällt.
6. Begeht ein Junge einen Diebstahl, und wenn es nur 4 gr beträgt, so ist er verstoßen, setzt er sich zur Wehr gegen einer seiner Lehrgesellen, so ist er verstoßen. Beschläft er eine Weibsperson in seinen Lehrjahren, und wenn er auch schon als Geselle angenommen ist, so ist er verstoßen. Ein Lehrpursche bekömmt jährlich 2 Thir Lehrgeld von seinen Lehrherrn oder Lehrmeister.
7. Eines Herrn oder Meisters Sohn muß auch 4 Jahre lernen, hat aber 1 Jahr neben einen fremden Lehrpurschen frei zu lernen, außerdem muß er sich eben so verhalten, wie schon angeführet worden.
8. Will der Vater nicht, daß er in der Werkstatt die Jungen-Arbeit verrichten soll, z. E. den Legestuhl versehen, und die Gesellen zu bedienen, wie es ein Fremder thun muß, so muß eben auch ein Herrn- oder Meisterssohn thun, so muß dessen Vater einen Gesellen zum Legestuhl halten, und ein Laufjunge oder Hausknecht muß für ihm die gröbere Arbeit mit verrichten, und denen Gesellen mit aufwarten.
9. Wenn die Lehrzeit des Lehrpurschen vorbey ist, so lässt der Lehrherr oder Lehrmeister 2, 4 auch mehrere Papiermühlen, nämlich
Die Herren Meister und Gesellen zum Freisprechen oder Lehrbraten einladen, diese Einladung geschieht 8 auch 14 Tage zuvor, der Lehrpursche muß gemeiniglich diese Einladung selbst mündlich verrichten.
10. In jeder Werkstatt, wo bei der Bütte gearbeitet wird, muß er jeden Gesellen ablösen, um zu zeigen, was er gelernt hat.
11. Wenn am bestimmten Tage die fremden Herrn Meister und Gesellen beysammen sind, so treten die in einen Kreyß zusammen, ein Herr oder Meister bekommt den Auftrag von dem Lehrherrn oder Werkstatts-Meister den Ausgelernten frei zu sprechen. Dieser macht eine Anrede an die versammelten Meister und Gesellen, darauf wird eine Umfrage gehalten, ob einer oder der andere was vorzubringen habe, das dem ehrlichen Freisprechen oder sonst einem Mitglied nachtheilig oder ein unanständiges Betragen wider die Gebräuche einem Mitglied erwiesen werden kann, das wird gemeldet und abgethan, wenn denn nichts Widriges weiter statt findet, so spricht der Herr oder Meister frei, dem es aufgetragen ist im Nahmen der heilgen Dreyeinigkeit Gottes, und erkennet den Purschen für einen ehrlichen Gesellen, wünschet ihm Glück mit dem Zusatz: Daß er nichts Altes ab und nichts Neues aufbringen soll. Diesen Glückwunsch thut ein jeder an den Neugesellen, mit ehen gleich genannter Ermahnung.
12. Nun geth das Schmausen oder der Lehrbraten an, dieser besteht in 2 Vorgerichten, 1 Gericht Fische, 3 bis 4erley Braten, Schinken, Gebackenen, auch Kuchen, Semmel und Pflaumen.
13. Dem andern Morgen wird CAFFE getrunken, in einer kurzen Zeit darauf, wird Kuchen und Brandtwein nebst Weißbrodt und Butter vorgesezt, unterdessen wird ein Frühstück zubereitet. Das besteht in einer Suppe, ein Gericht Fleisch mit Zugemüse und Wurst. Gegen Abend wird wieder ein TRACTAMENT gehalten, eben so wie den ersten Tag beschrieben ist.
14. Den dritten Tag wird eben so verfahren bis mit dem Frühstück, alsdann wird der Lehrbraten aufgehoben, dann treten die versammelten Papiermacher wieder in einen Kreis zusammen, halten wieder eine Umfrage, ob einer oder der andere etwas wider den Lehrbraten, oder Einer den Anderen beleidigt habe, dieses wird gemeldet und abgethan.
Alsdann werden die Anzeigen-Briefe vorgenommen, diejenigen welche ihre Sache ausgemacht haben, werden ausgestrichen, und andere, die das Anzeichnen verdienet haben, und nicht zugegen sind, werden angezeichnet.
15. Der Neugesell muß seinen Herrn um ein ehrlich Geschenk zu verdienen, ansprechen, welches er in 14 Tagen soll, dieses ist die letzte Verrichtung bey dem Lehrbraten.
16. Ein solches Freisprechen und Lehrbraten kostet gemeiniglich 100 Rthir auch 150 Thir, welches der Geselle bezahlen muß; unter Huindert Neugesellen ist kaum einer, der die Mittel hat, soviel mit baarem Gelde zu bezahlen; es sind gemeiniglich die allerärmsten Menschen, die zum Papiermachen als Lehrjungen kommen, sie haben oft nicht so viel, daß sie sich noch das Nötigste in den Lehrjahren schaffen können; denn die 2 Thir jährlich Lehrgeld, sind nicht hinlänglich, im Gebrauch der Kleidung sich zu unterhalten. Der Lehrherr muß da schon sorgen und der Lehrbraten-Schmaus ganz auf seinen Vorschuß oder Bürgschaft ausgerichtet werden. Der Neugesell muß bei seinem Lehrherrn diese Schuld abarbeiten.
17. Vom Verhalten derer Gesellen
Ein Neugesell muß 14 Tage bey seinem Lehrherrn arbeiten, damit er sein Geschenk bekommt; denn ehe er sein erstes Geschenk noch nicht bekommen hat, kann er keinen aufdingen, keinen freisprechen, auch keinem andern Geschenke beiwohnen, er gilt keinen Zeugen bei einer Streitsache, er kann nicht schelten, auch nicht gescholten werden, dahero auch der Lehrherr dies Geschenk nicht aufhalten darf, - wenn es erforderlich ist - damit der Neugesell aller Rechte fähig wird; Sein Lehrherr und die beiden unpartheyischen Gesellen, die bei seinem Geschenke, eine vollgültige Werkstatt ausmachen, müssen ihm bei der Aufhebung seines Geschenks einen Anzeigen-Brief ausstellen, asldann ist der Neugesell vollkommen.
18. Hat der Neugesell seinen Lehrbraten bezahlt, so kann er von seinem Lehrherrn abgehen, ist er aber noch schuldig, so muß er so lange arbeiten, bis er bezahlt hat, darzu braucht der Neugesell 3 bis 4 Jahre Zeit, wenn er sich ganz darauf einschränkt, ehe er den Lehrherrn bezahlen kann. Geschieht es, daß ein Neugesell von seinem Lehrherrn, abgeht, ehe er bezahlt, so muß er bestimmen wenn und wie er bezahlen will.
19. Trifft die Zahlung nicht zu gesetzter Zeit ein, so zeichnet ihn sein Lehrherr bei einem Gerschenk, oder Lehrbraten an, und er wird bey aller Gelegenheit einem jeden Gesellen auf seinen Anzeichen-Brief gegeben, bis ihn einer antrift, der ihn auf den Anzeichen-Brief hat; da wird er getrieben, d. h. der Gruß wird aufgehalten, es heißr auch gescholten, bezahlt er, so muß er für das Gruß-Aufhalten ein Scheltwort erlegen, das besteht in 10 gr; wenn der Geselle bei der Bütte ist, - dieses ist die oberste Stelle in der Werkstatt - hat er aber eine mindere Stelle, so erlegt er 8 gr, bezahlt er nicht, so muß ihn sein Herr oder Meister, bey dem er arbeitet Feyerabend geben, und bleibt so lange ungültig und verstoßen, bis er bezahlt.
20. So oft ein Geselle in Arbeit kömmt, so muß er um ein Geschenk zu verdienen, ansprechen, oder angesprochen werden, wenn er 14 Tage gearbeitet, hat er sein Geschenk verdient, will er nicht länger bei dem Meister arbeiten, so fodert er sein Geschenk und der Meister muß es ihm ohne Anstandt geben.
21. Ein Geschenk wird auf folgende Art gehalten und geschieht gemeiniglich des Sonnabends. Der Meister der schenken will, oder soll, sagt des Sonnabends früh beim Frühstück zu seinen Gesellen, daß er heute dem oder mehreren Gesellen, welche er bei Nahmen nennt, schenken will, daher sich die Gesellen darnach richten unhd zeitlich Feyerabend machen sollen. Wenn die Zeit darzu da ist, so kleidet sich der Meister und die Gesellen jeder ordentlich an; wenn sie bereit sind, so sezen sie sich zusammen, und muß Bier, Brandtwein, Brot und Butter aufgetragen seyn, da wird denn nach Belieben gegessen und getrunken. Alsdann tritt der Meister mit entblößtem Haupt vor dem Tisch, und die Gesellen treten auch mit entblößten Häuptern um den Tisch herum, der Meister fängt also an zu sprechen:
Wohledle, großachtbare und kunsterfahrene Meister und Gesellen - es ist ihnen bekannt, daß, wenn ein Gesell 14 Tage gearbeitet, er ein ehrl. Geschenk verdienet hat; da nun gegenwärtiger N. N. schon 14 Tage oder drüber bei mir gearbeitet, so bin ich Willens, ihm sein ehrlich Geschenk zu überreichen; dahero ich ihm N. N. gefraget haben will, ob er es von mir, und in Beyseyn seiner Kameraden annehmen will? darauf der Schenkgeselle mit Ja antwortet, wenn er nichts einzuwenden hat.
Darauf spricht der Meister, so ist es nöthig, eine Umfrage zu halten, wenn einer oder andere etwas vorzubringen hätte, das dem ehrlichen Geschenk nachtheilig oder einem unter uns zu wieder seyn könnte, der beliebe es jetzt zu melden. Ich für meine Person weiß nichts, als alles Liebes und Gutes, und was der Ehren zusteht, weiß einer oder der andere was auf mich, so kann er’s melden; so sprich auch jeder Geselle, wenn keiner nichts vorzubringen hat.
Nun spricht der Meister: so will ich hiermit das ehrliche Geschenk angesagt haben, der Meister sezt sich und nöthigt die Gesellen zum Sitzen und fleißigen Herumtrinken. In einer Zeit stehet der Schenkgeselle auf, da denn der Meister und andere Gesellen auch mit aufstehen müssen und spricht.

Wohledle, großachtbare und kunsterfahrene Meister und Gesellen, da mir mein ehrlich Geschenk ist angesagt worden, so will ich bitten mich nicht länger aufzuhalten;
auf diese Art muß er 3 mal anhalten, er wird allemal zur Geduld verwiesen, man trinkts ihm fleißig zu, weil man viel Durst bei ihm vermuthet. Wenn das dritte Anhalten vorbei ist, so bringt der Meister den Willkommen, bei Öffnung desselben fängt er an:
Wohledle, großachtbare Meister und Gesellen, da N. N. zum dritten male um sein ehrliches Geschenk angehalten, so will ich ihn nicht länger aufhalten, sondern ihm sein ehrlich Geschenk einschenken.
Nun überreicht er ihm den Willkommen voll eingeschenkt, mit den Worten: Hiermit will ich ihm sein ehrlich Geschenk überreichen, auf 3 schmale Züge auszutrinken, trink er’s dem zu, der nach ihm kommt, oder der auf grüner Heyde geht.
Darauf spricht der Schenkgesell: Wohledle, Großachtbaare und kunsterfahrene Meister und Gesellen, da mir mein ehrlich Geschenk ist überreichet worden, auf 3 schmale Züge auszutrinken, so will ich mir vors erste 1 oder 2 Züge mehr ausbitten, fürs 2te einem ehrlichen Frauenzimmer daraus zu schenken fürs 3te wenn mir mein ehrlich Geschenk nicht wohl bekömmt, einen höflichen Abtritt zu nehmen.
Das alles wird ihm zugestanden, nun spricht er, indem er den Willkommen öffnet:
So will ich’s dem zutrinken, der nach mir komt, oder dem der auf grüner Heyde geht, dieses thut er stehend, und in bloßem Kopf, der Meister und die Gesellen stehen auch in bloßen Köpfen, und singen ihm ein Saufs-Stückchen dazu, das geschieht allemal, so oft er trinkt, und so lange der Willkommen auf dem Tisch ist darf sich keiner bedecken. Wenn er den Willkommen augetrunken hat, so zeigt er ihn Meister und Gesellen vor, daß er seinem ehrlichen Geschenk zur Genüge gethan hat.
Darauf übergiebt er den Willkommen dem Meister mit den Worten: hiermit will ich ihnen das ehrliche Geschenk wieder überreichen, und wünsche daß sie das Glück haben mögen, noch vielen ehrlichen Gesellen ein ehrlich Geschenk zu überreichen; dabei er sich für sein ehrlich Geschenk bedankt.
Nun giebt der Meister ein kleines TRACTAMENT das besteht in einer Suppe ein Gericht Fleisch, und 1 oder 2 Braten; nachdem wird getrunken, gespielt oder gesunden und lustig gelebt, gemeinigl. bis zum anderen Morgen; dann wird CAFFEE getrunken, nachdem wird Brandwein kalter Braten Brod und Butter aufgesetzt; Wenn das Frühstück vorbei, so wird das Geschenk wieder aufgehoben. Da fängt der Meister zu sprechen an: Wohledle, Grosachtbare, und kunsterfahrene Meister und Gesellen, es ist ihnen bekannt, das wir gestern ein ehrlich Geschenk gehabt haben, da wir nun Willens sind dieses ehrliche Geschenk wieder aufzuheben, so will ich den Schenkgesellen gefragt haben, ob er mit seinem ehrlichen Geschenk zufrieden ist? Welches der Schenkgeselle mit Ja beantwortet. Darauf hält der Meister noch eine Umfrage, ob während der Zeit etwas vorgefallen wäre, daß dem ehrlich Geschenk oder einem Mitglied nachtheilig oder zuwieder wäre? Wenn die Umfrage vorbey, so ist das Geschenk aufgehoben.
Nun werden die Anzeichen-Briefe vorgenommen, ist einer anzuzeichnen so wird er angezeichnet, oder es ist einer auszustreichen so kann es auch geschehen.
22. Wenn ein Ppaiermacher einen Diebstahl begeht, und wenn es nur 4 gr beträgt, so ist er verstoßen, es muß ihm aber durch 2 Zeugen, die Papiermacher sind, erwisen werden können.
23. Wenn einer ein Frühkind heyratet, oder eine geschwängerte Person von einem andern, er sey ein Papiermacher oder ein anderer, so ist er verstoßen.
24. Scharfrichters Töchter, Gerichtsfrohn Töchter, Schäfers Töchter darf kein Papiermacher heyrathen, auch keine Tochter von einem verstoßenen Papiermacher, wenn sie erst geboren, nachdem der Vater verstoßen worden. Der Scharfrichters-Gerichtssohn, und Schäfer Stand ist bis in 3te Glied unehrlich. Ein Ehebrecher ist auch verstoßen.
25. Wenn einer ein ehrlich Frauenzimmer beschläft, so muß er 6 Thir Starfe das 2te Mal 12 das 3te mal 18 Thir geben, das 4te mal wird nicht angenommen, da ist er verstoßen.
26. Heyratet einer und sein Weib komt unter 36 Wochen ins Kindbette, so muß 6 Thir Strafe geben, ist es ein Sohn so darf er kein Papiermacher werden, eine Tochter darf keinen Papiermacher heyrathen!
27. Kömmt ein solcher Fall in eine Werkstatt vor, und der Meister schaft den Menschen nicht gleich fort, so müssen die anderen Gesellensogleich abgehen, und es darf auch kein Geselle wieder in der Werkstatt arbeiten, bis der Straffällige seine Strafe erlegt, oder der Verstoßene abgeschaft ist.
28. Darf der Meister einen Starffälligen oder der verstoßen ist, oder nach denen oben besagten Gebräuchen verstoßen werden muß nicht länger als 13 Tage halten, behält er ihn länger so muß er Woch für Woche ein Scheltwort legen, das kostet 1 Rthir für einen Meister, arbeiten die Gesellen mit einen solchem fort, so müssen die auch für jede Woche ein Scheltwort legen, das kostet 10 gr auch 8 gr und dem Lehrpurschen seine Lehre ist ungültig, so lange diese Scheltung fortdauert.
29. Das Gesellenlohn und deren Arbeit betrefend:
Bei Bütte können nicht anders als 2 Gesellen und 1 Lehrling arbeiten. Ein Büttgeselle hat wöchentlich 18 gr Lohn, der 2te den man Gautscher nennt, hat wöchentlich 16 gr., dafür müssen sie täglich 9 Rieß zu Tagewerk machen, nach dem ordinairen Schreib oder Druck Format, dieses soll Fehler frey gearbeitet seyn. Es ist aber ein sehr seltener Fall 2 solche Gesellen in eine Werkstatt zusammen zu bringen, die ihre Pflichten hierinne ausüben wollen oder ausüben können.
Ist es größer Format zum Druck oder Pack Papieren, so bekommen sie für 1 Rieß 1½ - auch 2 bis 3 Rieß auch noch mehr, nach Verhältnis des Formats nach dem ordinairen gerechnet. Nun kömt es auf die Gesellen an, wenn sie viel oder wenig über das genannte Tagewerk machen wollen: sie können täglich 5 bis 6 Rieß darüber machen. Der bütgesell bekömmt für ein Rieß drüber 6 der Gautscher 5 wollen die Gesellen nichts drüber machen, so kann sie der Meister auch nicht zwingen, und wenn er darauf dringen will, so können ihm die Gesellen die Arbeit liegen lassen, und den Meister auch ncoh schelten.
30. Von der Kost deren Gesellen:
Sontags und Donnerstags solle eine Suppe ein Gericht Fleisch und Braten nebst 1 Kanne Bier für jeden Gesellen gegeben werden, die übrigen Tage in der Woche alle Tage 2 mal Fleisch; da aber die mehrsten Meister dieses unmöglich halten können, und müssen die Kost für ihre Person sowohl als für die Gesellen einschränken, nach jetziger Zeit und Umständen, Es giebt aber auch Gesellen die die wenigsten Mahlzeiten in Fleisch verlangen, aber die meisten sind damit unzufrieden und machen denen Meistern die bittersten Vorwürfe; wenn die Meister ihnen wegen ihrer schlechten Arbeit Vorstellungen machen, und die Gesellen zu Ausübung ihrer Pflichten erinnern, da heißt es wir werden auch nicht so gehalten wie sich gehört, wer es besser haben will, mag sich seine Arbeit selber machen.
31. Die Gesellen müssen auch reinliche und ordentliche Betten bekommen, und ihre Wäsche muß mit gewaschen werden.
32. Zu Martini und Fastnacht müssen die Meister ihren in Arbeit stehenden Gesellen einen Schmaus geben, will sich der Meister nicht in Schmausereyen einlassen, so bekömmt jeder Geselle jedes mal 12 gr
33. Von denen fremden Gesellen oder reisenden Papiermachern
Wenn ein fremder Gesell in einer Werkstatt einwandert, so spricht er den Herrn oder Meister um ein ehrlich Nachtlager an, und bringet ihm den gewöhnlichen Gruß. Dieser lautet also: Der Gesell fängt an, Herr oder Meister N. N.: ich will sie angesprochen haben um ein ehrlich Nachtlager, der Meister sagt dann willig und gern, wenn sie wollen damit vorlieb nehmen, seyn sie mir willkommen wegen der löblichen Kunst Profession, oder Handwerk. Der Geselle: schönen Dank wegen der löblichen Meister und Gesellen von N. N. lassen Sie auch freundlich grüßen wegen der löblichen Kunst. Der Meister: Ich sage Meister und Gesellen zu N. fleißigen Dank. und ihm desgl., daß sie den Ehren-Gruß haben ausgericht wegen den - -.
Diesen Gruß bringt der fremde Geselle einem jeden Gesellen in die Werkstatt besonders des Abends nach dem Tische, wird dem fremden Gesellen ein Ehrentrunk angethan in Bier, und des Morgens in Brandtwein der Meister und seine Gesellen bezahlen gemeinschaftlich diesen Ehrentrunk, und kommt auf sie an wieivel sie dafür geben wollen. Aber Alte und zur Arbeit unbrauchbare lassen sich den Ehrentrunk bezahlen, und kommt auch auf die Werkstatt an wie viel sie dafür geben wollen; auch sonst Verunglückte lassen sich den Ehrentrunk bezahlen es bekömmt jeder verhältnismäßig dafür bezahlt.
Haben nun ganze Werkstätte oder auch einzelne Glieder, etwas wider einander, so lassen sie durch die fremden Gesellen einander den Gruß aufhalten das heißt: getrieben; oder es hat ein fremder Geselle eine ganze Werkstatt, oder einzelne Glieder derselben auf den Anzeichen-Brief, so muß er, vermöge des Anzeichens, den Gruß aufhalten oder treiben.
Die Getriebenen müssen alsdann ihre Sachen binnen 13 Tagen ausmachen, so mussen sie Woche für Woche ein Scheltwort legen, wenn die Getriebenen denken, es ist ihnen Unrecht geschehen, so gehen sie auf eine unpartheyische Werkstatt, tragen die Sache vor, wie sie denken, Recht zu erhalten; legen ihre Scheltwörter wegen des Grußaufhaltens, und die unpartheyische Werkstatt erkennt ihnen das Recht zu, ihre Gegener zurück zu treiben lassen und ihre Scheltwörter wieder zurück zu fordern.
Wenn das Gegentheil zurück gescholten worden durch Grußaufhalten, so gehen diese auch auf eine umpatheiische Werkstatt, tragen die Sache auch so vor, wie sie denken, das recht zu erhalten, legen ihre Scheltwörter, und es wird ihnen zuerkannt, die Erstere mit ihrer unpartheyischen Werkstatt zurüchzuschelten, ihre Scheltwörter zurück zu zahlen, und für sich, und die Gegenparthey besondere Scheltwörter zu erlegen.
Dieses Hin- und Herschelten dauert oft Jahre lang, und es werden jedes Mal mehrere Werkstätten darein gezogen, und erstreckt sich solcher Streit wohl in viele Länder; es ist mancher Papiermacher drein verwickelt, er weiß nicht einmal die rechte Ursache von dem Streit, kurz das Schelten und Treiben dauert so lange durch einander, bis sie es selbst überdrüssig werden, wenn sie einander rechten Schaden und Geldkosten zugefügt haben, so nimt die Sache ein Ende, wie sie sich angefangen hat.
34. Um weitläuftige und langwierige Streitigkeiten zu vermeiden, fallen auch CITATIONES vor, das CITIREN müssen 2 fremde Gesellen übernehmen, die heißen alsdann CITIR Gesellen, es bekommt jeder für die Meile 8 gr., die sie wegen des CITIRENS reisen müssen, es werden wenigstens 3 Werkstätten in einer kleinen Sache CITIRET, nach Verhältniß der Sache werden auch 6 bis 10 und noch mehrere Werkstätte CITIRET, dieses ist gemeiniglich der kürzeste und sicherste Weg, eine Streitsache bei den Papiermachern zu beendigen.
35. Das schlechteste CITIREN kommt gegen 30 Thaler zu stehen auch manches über 10 und über 200. Derjenige Theil der Unrecht behält, muß bezahlen, kann oder will er nicht bezahlen, so wird er verstoßen, und die zusammen citirte Werkstätte müssen unter einander die Kosten selber tragen.
36. Die fremden Gesellen können in einer Werkstatt so lange liegen bleiben, als es ihnen gefällt: sie bekommen nebst LOGIE Essen und Drinken; wenn sie fortgehen so sprechen sie zu dem Meister: ich will sie dem lieben Gott befehlen und thue mich zum schönsten bedanken für das ehrliche Nachtlager, für den Ehrentrunck und alle angethane Ehre, kann ich es heut oder morgen gegen Sie oder die lieben Ihrigen wieder verschulden, wird ich’s nicht unterlassen.
Der Meister erwiedert: Es ist Ihnen von mir schlechte Ehre angethan worden, bitte so vorlieb zu nehmen grüßen Sie fleißig Meister und Gesellen wegen des Handwercks; auf gleiche Weise nimmt man von jedem Gesellen in der Werkstatt Abschied, und jeder giebt auf diese Art den Gruß mit.
37. Ist den fremden Gesellen nicht recht geschehen von der ganzen Werkstatt oder von einem einzelnen Glied, so kann er ohne Abschied von ihnen gehen, das heißt auch gescholten.
38. Ein fremder Gesell gilt bey einem Aufdingen, Freysprechen Geschenk und Beilegung einer Streitsache so viel als eine vollgültige Werkstatt, und kommt mehrentheils bei Streitigkeiten auf den Ausspruch fremder Gesellen an.
39. Von denen Herren oder Meistern.
Wenn ein gelernter Pappiermacher eine Pappier Fabrick kauft oder pachtet, so muß er zwo Gesellen haben in seiner Arbeit, binnen 14 Tagen muß er denen Gesellen das Geschenk geben, nach Art und Weise, wie oben das Geschenk ist umständlich beschrieben worden, darzu muß er eine unpartheyische Werkstatt bitten, wenn dieses Geschenk vorbey ist, alsdann ist er Meister, und kann wenn er immerfort 2 Gesellen hält, Jungen lernen, hält er aber nur 1 Gesellen so darf er keinen Jungen lernen.
40. So oft andere Gesellen in die Werkstatt in Arbeit treten, so muß der Meister einem jeden sein Geschenk geben, wenn er 14 Tage gearbeitet hat. Komt unter Jahr und Tag keiner in Arbeit, dass geschenkt werden kann, so soll der Meister denen Gesellen, die schon über Jahr und Tag bei ihm gearbeitet haben, das Geschenk von neuen halten, und dazu eine unpartheysische Werkstatt bitten, komt aber ein fremder Gesell, so kann dieser die Stelle vertreten, gemeiniglich läßt man den fremden Gesellen ein Geschenk verdienen, und so ist das jährliche Geschenk auch verrichtet.
41. Will ein Meister in seiner Werkstatt als Herr agiren, so sezet er einen Gesellen, zu dem er das Zutrauen hat, welcher als Meister seiner Werkstatt vorstehen kann, zum Meister seiner Werkstatt. Der nunmehrige Eigenthumsherr giebt seinen Gesellen Feyer-Abend, und den er zum meister eingesezt hat, muß die Gesellen, um sich ein Geschenk bei ihnen zu verdienen, wieder um Arbeit ansprechen wenn 14 Tage um sind, so schnekt der VICE meister auf Kosten seines Herrn, dabei muß eine unpartheiische Werkstatt seyn oder fremde Gesellen.
Wenn dieses Geschenk verrichtet, so sind der Werkstattsherr, und VICE Meister fertig. Ein solcher Meister hat nicht mehr Gewalt, als ihm sein Herr über die Werkstatt giebt und bekömt wöchentlich 1 Thir Gehalt und muß in der Kost und andern zufälligen Dingen besser als ein Gesell gehalten werden.
Wird ein solch Meister gescholten, so muß er auch 1 Thir fürs Scheltwort legen, wird aber der Herr gescholten, so muß derselbe 2 Thir dafür legen.
42. Stirbt ein Herr oder Eigenthumsmeister, und die Withe will das Papiermachen fortsezen, so wählt sie sich einen Gesellen zu einen Meister. Ein unpartheyischer Eigenthumsherr, Meister oder Pachter darf es nicht seyn, diese muß sie zum Oberhaupt als Werkstattherr oder Meister über ihre Werkstatt auffordern. Dieser muß kommen, und denen Gesellen, die in ihrer Werkstatt sin im Namen des Verstorbenen, Feyerabend geben, und die Gesellen in der ihm anvertrauten Werkstatt, ein Geschenk bei ihm zu verdienen, um Arbeit wieder ansprechen.
43. Wenn 14 Tage un sind so muß er mit seiner Werkstatt, nämlich mit seinen Gesellen hinreisen, und denen Gesellen schenken, darunter der Geselle seyn muß, der Meister werden soll; Wenn das geschenk aufgehoben ist, so sezt er den erwählten Gesellen zum Meister ein. Der Werkstattsherr giebt den Gesellen Feyerabend, und der Meister spricht sie, um ein Geschenk bei ihm zu verdienen, wieder um Arbeit an. In 14 tagen muß der Meister schenken, und dann ist die Werkstatt vollgültig, und darf ein Junge gelernet werden.
Hat die Withe Kinder, so wird ihr so lange sie wirthschaftet, und ihre Kinder groß erzieht, ein Meister eingesezt, so oft es nöthig ist; hat sie aber keine Kinder, so ist ihr nicht länger als 1 Jahr einen Meister zu halten erlaubt, alsdann muß sie verkaufen, oder sich an einen Papiermacher wieder verheyrathen.
44. Wenn ein unverheyrateter meister eine ehrliche Weibsperson schwängert, so muß er 12 Rthir geben, zum 2ten Mal 24 Rthir zum 3ten mal 36 Thir das 4te mal ist er verstoßen, er darf keine Jungen lernen, und ehrliche Gesellen dürfen nicht bey ihm arbeiten.
45. Schwängert er ein Frühkind, oder unehrlich gebohrne oder geschwängerte Person, so ist er verstoßen. Er darf auch keiner ein Frühkind, geschwängerte oder unehrlich gebohrne Person heyrathen.
46. Bricht ein Meister die Ehre, so ist er verstoßen.
Alle diese Gebräuche müssen von Meister und Gesellen gehalten werden, wer dawider handelt wird abgestraft, was aber nicht zu bestrafen ist, wird verstoßen.
47. Wer sein Recht bei der Obrigkeit suchen will, der ist verstoßen, er sei Meister oder Geselle.
48. Wer die Gebräuche der Papiermacher schriftlich aufsetzt und DENUNCIRT ist auch verstoßen.  

1805
Zweites österreichisches Schulgesetz: "Politische Verfassung der deutschen Schulen in den k.k. deutschen Erbstaaten". Als
Weiterentwicklung der Sonntagsschulen und Vorläufer der Gewerbeschulen werden von den örtlichen Gewerbevereinen Zeichenschulen gegründet. Sie können von Schulabgänger ohne Lehre bis zum 18. Lebensjahr, von Lehrlingen  (nach Beendigung der Schulpflicht mit dem 12.Lebensjahr kann in die Lehre eingetreten werden) und von Handwerker (Gesellen und Meister) besucht werden. In Kursen wird die spezielle Fachausbildung für den Beruf vermittelt.

1813
Ritter Alois Auer von Welsbach wird Direktor der Staatsdruckerei. Er erfindet den Naturselbstdruck sowie den Polygraphischer.Apparat.
Ritter Auer v. Welsbach
Polygraph

1837
Gründung der Zeichenschule des steiermärkischen Gewerbevereines in Graz.

1851
Reform des berufsbildenden Unterrichtes im Organisationsstatut betreffend den gewerblichen Unterricht und die Errichtung von Realschulen. Verlängerung der
Schulpflicht bis zum 14.Lebensjahr.

1859
Die neue Gewerbeordnung vom 20. Dezember ersetzt das Zunftrecht.
Zunftzwang und Schulpflicht werden aufgehoben, die Gewerbefreiheit festgelegt, an Stelle der Zünfte treten Gewerbegenossenschaften.

1867
Im Staatsgrundgesetz vom 21. Dezember (
„Dezemberverfassung“) finden sich die Bestimmungen über die Zuständigkeit der Kronländer (Landtage) bezüglich der Schulgesetzgebung für Realschulen, Fachschulen und technische Hochschulen. Als neue Schultype entsteht die Fortbildungsschule  für Handwerker. Im Art.18 ist festgelegt, dass es  jedermann frei steht, seinen Beruf zu wählen und jederzeit und überall auszuüben.

1868
Am 30. März wird durch den Setzer Johann Janotta der "Fortbildungsverein der Buchdrucker und Schriftgießer in Graz" geschaffen. Als erster Obmann fungiert Gustav Adolf Moldt. Neben der fachlichen und geistigen Ausbildung im Rahmen von Fachvorträge und Diskussionsabenden wird auch der sozialen Betreuung der Kollegen großes Augenmerk geschenkt.

Ansuchen an die "Löbliche Sicherheitsbehörde der H. kk. Statthalterei" um Genehmigung der Statuten für den "Fortbildungsverein der Buchdrucker und Schriftgießer in Graz" vom 30. März 1868

Niederösterreich macht als erstes und einziges Kronland sofort von der Bestimmung im Staatsgrundgesetz hinsichtlich der Landeszuständigkeit für die Schulgesetzgebung Gebrauch und erlässt am 28. November das Niederösterreichische  Fortbildungsschulgesetz "betreffend die Errichtung und Erhaltung der gewerblichen Fortbildungsschulen für das Erzherzogthum Oesterreich unter der Enns" (Urgesetz). Dieses Gesetz bildet die Grundlage für die einheitliche Lehrlingsausbildung in den Kronländern. Als Aufgabe wird im § 1 definiert: „Um den Arbeitern (Lehrlingen & Gehilfen) der Gewerbetreibenden in den zur Ausübung ihres Berufes nöthigen Kenntnisse und Kunstfertigkeiten einen theoretischen und soweit thunlich ist, auch practischen Unterricht zu ertheilen, haben gewerbliche Fortbildungsschulen zu bestehen.“

1870
Am 1. April wird der "Fortbildungsverein" in den "Kronlandsverein für Buchdrucker und Schriftgießer Steiermarks" umgewandelt und ist nun für die Arbeitnehmer des gesamten steirischen Gewerbes zuständig.

1871
Am 1. September tritt das Lehrlingsregulativ des "Grazer Kranken-Ünterstützungsvereines für Buchdrucker und Schriftgießer"  mit folgenden Normen in Kraft:
§ 1. Jeder in seiner körperlichen Ausbildung von einem Arzt tauglich befundene Lehrling hat über seine Schulbildung eine Prüfung zu bestehen. Als Grundlage der Schulbildung wird der Besuch der Mittel-(Bürger-)Schule, der Realschule oder des Gymnasiums vorausgesetzt. Die Prüfung wird vom Lehrer der Fachschule in Gegenwart des Principals oder Geschäftsleiters und zweier von der Offizin zu wählenden Gehilfen vorgenommen.
§ 2. Nach bestandener Prüfung beginnt eine sechswöchentliche Probezeit des Lehrlings, um sich von dessen technischer Auffassung Ueberzeugung zu verschaffen.
§ 3. Nach mit Erfolg zurückgelegter Probezeit tritt der Lehrling seine eigentliche Lehrzeit an, und wird hierüber ein Lehrvertrag ausgefertigt, welcher vom Geschäfte, von den Eltern und von den zur Prüfung beigezogenen zwei Gehilfen als Zeugen unterfertigt wird; gleichzeitig wird die Eintragung in das Aufdingbuch vorgenommen und von dem Principale oder Geschäftsleiter und den beiden Gehilfen unterfertigt.
§ 4. Die Dauer der Lehrzeit ist auf vier Jahre festgesetzt, kann aber bei lässigen Lehrlingen mit Zustimmung der Gehilfen um drei Monate verlängert werden.
§ 5. Der Lehrling wird in allen in der Officin vorkommenden, zu seinem Berufe gehörigen Arbeitsverrichtungen durch einen Gehilfen angeleitet und ist seine Beschäftigung derart zu regeln, daß derselbe hierin die nöthige Kenntniß und Gewandtheit erlangen kann.
§ 6. Die Arbeitszeit der Lehrlinge soll 10 Stunden nicht überschreiten. An Sonn- und Feiertagen haben die Lehrlinge nicht zu arbeiten. Nur in solchen größeren Geschäften, die sich Sonntags absolut nicht schließen lassen, haben zwei Lehrlinge abwechslungsweise Inspection.
§ 7. Jeder Lehrling ist nach § 95 der Gewerbeordnung verpflichtet, die zu gründende sonntägliche Fachschule zu besuchen, um sich eine weitere Ausbildung sowohl in technischer als wissenschaftlicher Beziehung zu verschaffen und hat dieselbe alljährlich mit einem Zeugnisse über seinen  Fortgang auszuweisen. Durch alljährliche Einsichtnahme der Zeugnisse der Schüler können sich die Gehilfen von den gemachten Fortschritten derselben überzeugen. Die Fachschule ist von den Geschäftsleitern zu überwachen, um sich über den Besuch und die Fortschritte der Lehrlinge Ueberzeugung zu verschaffen und allfällige Wünsche und Beschwerden der Lehrer entgegenzunehmen.
§ 8. Als Norm der Zahl der Lehrlinge in einer Officin wird folgendes Verhältniß beobachtet: Auf 1 bis 4 in der Regel beschäftigte Setzer ein Setzerlehrling, auf 5 bis 8 zwei, auf 9 bis 12 drei u.s.w. Auf zwei Pressen oder drei Maschinen unde in größeren Geschäften auf zwei Drucker oder zwei Maschinenmeister je ein Lehrling. Bei Gießern ist die Zahl der Lehrlinge wie bei den Setzern. In Geschäften, wo Zeitungen erscheinen, kann ein Aspirant zum Redactionsverkehr und zum Abziehen gehalten werden, welcher dann nach den bestehenden Normen als Lehrling aufgenommen wird, wenn dadurch das festgestellte Verhältniß nicht übetrschritten wird.
§ 9. Jeder Lehrling hat nach den jetzt bestehenden Normen des Grazer Kranken-Ünterstützungsvereines für Buchdrucker und Schriftgießer sechs Gulden Einschreibegebühr und zehn Gulden Freisprechgebühr zu Gunsten des genannten Vereines zu zahlen.
§ 10. Die Aufnahem der Lehrlinge bleibt bis zur Herstellung der im § 8 festgesetzten Verhältnisse sistiert.
Die Vereinsbibliothek wird für Lehrlinge geöffnet und an jedem Sonntag technische wie wissenschaftliche Vorträge veranstaltet. 


1872
Im Jänner Gründung des "Kranken-Unterstützungs- und Leichen-Vereines für Lithographen und Steindrucker" sowie den "Verein für Lithographen und Steindrucker in Graz"
Statuten des Unterstützungs-Vereines für Buchdrucker und Schriftgießer, 1872.

1874
Am 1. November in Wien Gründung der ersten Fachschule für Buchdrucker- und Schriftgießerlehrlinge durch eine Gruppe von 5 Prinzipalen.
Am 2. November beginnt das erste Schuljahr im Hansen-Bau, am Karlsplatz 14, an der Schule der evangelischen Gemeinde der Unterricht.

Erste Fachschule für Buchdrucker und Schriftgießer im Hansen-Bau in Wien. 

1881
In der Druckerei Styria wird eine betriebseigene Lehrlingsfachschule installiert. Während der 5jährigen Lehrzeit werden bei einer täglich 10stündigen Arbeitszeit pro Woche sechs Stunden Unterricht in den Fächern Religion, Deutsch, Fremdsprachensatz, Stenographie, Manuskript- und Korrekturlesen, Schriftsatz, Buchdruck, Druckgeschichte, Materialkunde, Kaufmännisch Rechnen und Freihandzeichnen erteilt.

1882
Konstituierende Versammlung des "Fach- und Unterstützungsvereins der Buchbindereigehilfen" am 20. August.

1883
"Normalstatut", Verordnung des Ministeriums für Unterricht und Kultur für sämtliche Länder. Jede Fortbildungsschule hat ihren eigenen, durch das Ministerium genehmigten Lehrplan zu besitzen und der Unterricht durch geeignete Lehrkräfte nach diesem zu erfolgen.

1888
Gründung der "Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt"

Am 20. und 21. Mai wird in Graz unter dem Vorsitz von Präsident Köberle erstmals der Buchdruckertag abgehalten und das 20jährige Gründungsfest des Fortbildungsvereins gefeiert.

1892
Am 5. November wird der "Buchdruckergesangsverein Vorwärts" im Gasthof Pospischil in der Prokopigasse gegründet. Erster Obmann ist Heinrich Putz.

1897
In einer Novelle zur Gewerbeordnung wird die
Schulpflicht für alle bis zum 18. Lebensjahr erweitert und die Fortbildungsschulpflicht für alle Lehrlinge festgesetzt. Im § 95 heißt es: "Der Lehrherr hat die Lehrlinge zum Besuch des gesetzlich vorgeschriebenen Unterrichts anzuhalten."

1898
Gründung des "Buchdrucker-Radfahrerklubs Graphia".

                                             Der Buchdrucker-Radfahrerklub "Graphia" in den Jahren 1898 und 1899

1900
Buchdrucker-Gesangsverein "Vorwärts"

v.l.: 1. Reihe liegend: Willenberger, Rutas, Mehlsack, Jonke, Hauser - 2. Reihe sitzend: Obmann Moritz Mailänder - 4. Reihe stehend: Büchler, Vereinsobmann Reinhard Machold, Sekretär Johann Greiner, August Kahn, Oskar Lehr - 5. Reihe stehend: Blümlein, Priessnitz, Hagemann, Laudon, Karl Kleinrath, Prohaska, Hörmann, Schopper 

1901
Grazer Buchdrucker-Gesangsverein "Vorwärts".

1902
5. Juni bis 19. Dezember 2292 km lange Walz von Oskar Lehr aus Graz (*20.6.1879 +24.9.1954): Graz - Linz (... Dann scharfer Marsch nach Linz. Um ¼8 Uhr abends angekommen. Dies war bis jetzt die größte Leistung, die wir beim Marschieren zu verzeichnen hatten, da wir nahezu 50km zurücklegten. Aufs äußerste ermüdet, glaubten wir Linz nicht mehr zu erreichen. Die Herberge bot ein Bild des Entsetzens. Mußte mit sieben anderen das Zimmer theilen. Pepi mußte sogar mit Kowatsch in einem Bett schlafen. Wir haben hier Condition angeboten erhalten und eine solche bei der Oberösterreichischen Verlagsanstalt angenommen. ...) - Salzburg (23.-26.7.) - München (30.7.-9.8.) - Starnberg - Oberammergau - Immenstadt - Konstanz (18.8.) - Bodensee -Schaffhausen - Neuhausen (... Erstes Prinzipalgeschenk 20 Ctm. ...) - Zürich - Luzern - Interlaken (27.8.) - Bern - Basel - Lörrach (... Im Gasthaus "Zur Sonne" eine Suppe geschenkt bekommen. ...) - Freiburg (... Eine neue Hose um 6.50 Mark gekauft. Vom Arbeiterbildungsverein als Mittagessen eine Suppe und ein kleines Brot bekommen. Ein trauriges Gegenstück zu den Arbeiter-Hilfsvereinen in der Schweiz. Mittwoch, den 10.9. ½10 Uhr Aufbruch, nachdem ich noch meine Hose, so gut ich konnte, vernähte. Hatte mir die Schuhe herrichten und neu nageln lassen / 1.50 Mark. Beim Marschieren sind die Absatznägel durchgedrungen, sodaß ich wund wurde und bei Herboltzheim nicht gut weitergehen konnte, nachdem ich zwar schon 32km gelaufen war. Muß morgen zu einem Schuhmacher. Das Nachtquartier in Herboltzheim spottete aller Kritik Hohn und übertraf weit alle schlechten, die ich bis jetzt immer hatte. Zu den Ungeziefern des Bettes gesellten sich aus den anstoßenden Ställen Fliegen und Schnaken, sodaß ich fast die ganze Nacht kein Auge zumachte und in aller Früh diesen Stall für Menschen bei den Viehställen verließ. ...) - Straßburg - Karlsruhe - Speyer - Heidelberg - Mannheim - Ludwigshafen - Worms - Mainz (23.-29.9.) - Wiesbaden - Koblenz - Bonn - Köln - Düsseldorf - Essen - Hamm - Bielefeld - Hannover (16.10.) - Hamburg - Kiel - Lübeck (... Donnerstag 30.10. früh abgeschoben, wo mein Kollege Statesald in Schönberg, Hauptstadt des oldenburgischen Fürstentum Ratzeburg, bei den Schönberger Nachrichten in der Marienstraße, ohne es zu wollen, Kondition bekam und ich im Schweinstrab nach Gadebusch trippelte und dort nach ½7 Uhr bei schon lang andauernder Dunkelheit anlangte. ...) - Schwerin - Berlin (... Meine Walz scheint eine Winterreise werden zu wollen. Sonntag 2.11. mittag nach Berlin gefahren/ 3.50 Mark. Berlin abgelaufen, soviel als möglich. Vorbeifahrt Kaiser Wilhelms und der Kaiserin bei der Rekrutenvereidigung. Riesiger Verkehr, speziell Kreuzung der Leipziger-Friedrichstraße. Ordentlich lebensgefährlich. ...) - Lüneburg - Wittenberg - Leipzig (... Für mich war das Interessanteste die Buchgewerbe-Ausstellung. ...) - Meißen - Dresden (17.11.) - Pirna (... Habe in Pirna um 1.40 Mark ein Paar Handschuhe gekauft, da mir fast die Hände erfroren. Es scheint ein strenger Winter zu werden und dazu die Aussichten auf Kondition äußerst gering. In Dresden ging mir leider mein bisheriger treuer Begleiter, der einzige, der mir stets zur Seite war - nämlich mein Wanderstab verloren; er wurde mir ausgetauscht. Mir tut es wirklich leid um ihn. Er hat so vieles gesehen, so viel mit mir durchgemacht und wäre mir später eine so liebe Erinnerung gewesen. Nun ist er dahin. - ...) - Königstein - Schandau - Zittau - Görlitz - Breslau (... Montag, 1. Dezember. Mein Namenstag. Wenn ich nicht so viele Karten bekommen hätte, wüßte ich es gar nicht. Dies dürfte der traurigste Namenstag sein, den ich verlebte. Heute schneit es ununterbrochen. Das Leichentuch der Natur breitet sich auch über meine Hoffnungen aus. Das Wandern wird jetzt zur Qual. Wer weiß, wann es endet. ...) - Beuthen - Mysowitz (... Mittwoch 17. Dezember. Hier um 2 Uhr nachmittags über die russische Grenze geschritten; bei der Rückkehr Kalamitäten wegen Nichtbesitzes eines Passes mit den Kosaken. ...) - Kattowitz (... Zu meiner angenehmen Überraschung entdeckte ich morgens, daß ich nicht mehr rein war. Es war die erste und letzte anhängliche Begleiterscheinung, die den Schrecken eines jeden Kunden bildet. Sofortige Vornahme eines solennen Auto-dafé. ...) - Ratibor - Troppau (... Samstag den 20. Dezember zur Firma Riedel um Kondition nachgefragt und Montag den 22. dort eingetreten. Ein unerwartetes und schönes, aber wie ich mit voller Berechtigung sagen darf, wohlverdientes Christgeschenk. Hier also hat meine Walz ihr Ende erreicht.)

Oskar Lehr mit Walzbruder Ludwig Statesald aus Freiburg im Breisgau am 29. September 1902 auf dem Jagdschloss Niederwald bei Wiesbaden

Das steirische Landesgremium der Buchdrucker und Schriftgießer fasst den Beschluss zur Gründung einer Fortbildungsschule für Lehrlinge. Besondere Verdienste erwerben sich hiebei der Gremialvorsteher Kaiserlicher Rat Karl Thamm, Generaldirektor der Druckerei Leykam, und der Direktor der Deutschen Vereinsdruckerei, Gemeinderat und Landtagsabgeordnete, Komm.Rat Franz Pichler. Weitere Gremialvorstandsmitglieder sind: Fritz  Finselberger, Prokurist der Druckerei Styria, die Buchdruckereibesitzer Hans J. Prosl aus Leoben und Hans Tauber aus Graz sowie der aus Blielitz (Schlesien) stammende Obmann für den Gehilfenausschuss und spätere LandeshauptmannStv. Reinhard Machold.

Landesgremium der Buchdrucker und Schriftgießer: Karl Thamm, Franz Pichler, Fritz Finselberger, Reinhard Machold.

1905
Gründung einer eigenen Fortbildungsschule für das graphische Gewerbe durch das Gremium der Buchdrucker und Schriftgießer der Steiermark. Mit Schreiben vom 9. Mai wird dem "löblichen Stadtrat der Landeshauptstadt Graz" der Unterrichtsbeginn der "Schule für Buchdrucker- und Schriftgießerlehrlinge" mit 1. Oktober angezeigt. Tatsächlich startet das erste Schuljahr am 5. November mit einer 1. Klasse von 36 Lehrlingen in der neu errichteten Staatsgewerbeschule in der Pfeifengasse unter der Leitung von Prof. Franz Stifter. Als erste Fachlehrer wirken Bürgerschullehrer Karl Fürnschuß für Deutsch, Franz Seubitz für Gewerbliches Rechnen, Faktor Ernst Klepp für Grundregeln des Satzes und Revisor Ernst von Coelln für Manuskriptlesen und Korrektur. Coelln verfasst auch das bekannte "Fehlerbuch für Buchdrucker", das bei Leykam erschienen ist. Die Schüler der ersten Klasse sind: Berghold, Blab, Bruckner, Frank, Gärber, Glieder, Goritschnig, Grabner, Hofmann, Hösele, Jünger, Jursche, Kaplan, Krenn, Lackner (der spätere Fachlehrer), Langwagen, Listik, Neubauer, Neuhold, Pögl Heinrich und Karl, Pölzmann, Preslacher, Pscheider, Rosenwirth, Sklenar Josef und Rudolf, Stiasny, Treiber, Vogel, Wenger, Wilfinger, Winkler, Woisetschläger, Wruss und Zettel. Der Lehrplan, der jeweils 7 Wochenstunden vor sieht, wird an zwei Wochenabenden von 18 bis 20 Uhr und an Sonntagen von 8.30 bis 11.30 Uhr unterrichtet:
In der 1. Klasse:
Deutsche Sprache .......... 2 Std.
Zeichnen .......... 2 Std
Gewerbliches Rechnen .......... 1 Std.
Grundregeln des Satzes .......... 1 Std.
Lesen von Manuskripten und Korrekturen .......... 1 Std.

Die ersten Fachlehrer: Faktor Ernst Klepp und Revisor Ernst von Coelln

In der 2. Klasse:
Deutsche Sprache und Geschäftsaufsätze .......... 1 Std.
Zeichnen .......... 2 Std
Gewerbliches Rechnen .......... 1 Std.
Unterricht im Satz .......... 1 Std.
Unterricht im Buchdruck .......... 1 Std.
Lesen von Manuskripten und Korrekturen .......... 1 Std.
In der 3. Klasse:
Deutsche Sprache und Geschichte der Buchdruckerkunst ..........  1 Std.
Zeichnen .......... 2 Std.
Unterricht im Akzidenzsatz verbunden mit Skizzierübungen .......... 2 Std.
Unterricht im Buchdruck .......... 1 Std.
Lesen von Manuskripten und Korrekturen .......... 1 Std.

Die ersten beiden Seiten des Haupt-Katalogs des ersten Schuljahres 1905/06 der Fachlichen Fortbildungsschule des Gremiums der Buchdrucker und Schriftgießer Steiermarks in Graz.
 
1906
Erste Schulexkursion am 20. Mai in die Papierfabrik Gratwein.

Am 7. Oktober Beginn des zweiten Schuljahres für zwei Klassen zu insgesamt 45 Schülern unter der Leitung von Karl Fürnschuß. Die Gegenstände Gewerbliches Rechnen und Zeichnen übernimmt Bürgerschullehrer Hans Rant, den Unterricht für den Druck Maschinenmeister Hugo Rehak.
Maschinenmeister Hugo Rehak: "Um den Wandel auf dem Gebiete der Druckmaschinen den Schülern klarzumachen, zeichnete ich selber Druckpressen als Wandbilder. Genügte einst die kräftige Aufforderung an die Lehrlinge 'Reib die Walzen !', formte der Erfindergeist bald eine Anzahl verschiedener Druckmaschinen. ... An eine Lehrwerkstätte war nicht zu denken. Weder Mittel noch Räumlichkeiten waren vorhanden. Ich hoffe aber, durch mein Zeichentalent manche Lücke gefüllt zu haben."  

1907
In einer Novelle zur Gewerbeordnung wird die Gesellen- & Meisterprüfung gesetzlich vorgeschrieben sowie die Lehrzeit in den graphischen Gewerben mit vier Jahren festgelegt.

Vollständige Verwirklichung der dreiklassigen Buchdrucker-Fachschule mit der Eröffnung der 3. Klasse am 6. Oktober. K.k. Prof. Lorenz Hubeny wird zum Lehrer für Fachzeichnen bestellt.
In der Steiermark existieren neben Graz in Neumarkt, Murau, Judenburg, Knittelfeld, Fürstenfeld, Gleisdorf,  Hartberg und Birkfeld
Fortbildungsschulen für alle im Ort vertretenen Gewerbe.

1908
Das 4. Schuljahr beginnt am 4. Oktober mit 55 Schülern. Uto von Melzer unterrichtet Deutsch.

1909
Am 10. Oktober Einzug der Schule in die vom Schulausschuss gemieteten Parterreräume des Wohnhauses "Zanklhof" in der Feuerbachgasse.

1910
Gründung der "Typographischen Gesellschaft Graz" am 28. Februar durch Karl Berghold, Ernst von Coelln
("In meiner Lehrdruckerei liefen zwar schon die Schnellpressen mit Selbstauslegern, die Handpressen waren aber keineswegs so wie heute abgetan. ... Die Tageszeitungen wurden stets vom Satz auf gewöhnlichen Schnellpressen gedruckt. Das Papier wurde gefeuchtet, daß heißt, lagenweise durch einen Trog mit Wasser gezogen und stundenlang mit Steinen beschwert, ehe es durch die Hand von Mädchen den Greifern zugeführt wurde. Da man im Maschinensaal offenen Gasflammen verwendete, sogenannte Schwalbenschwanzbrenner, entwickelte sich eine unerträgliche Hitze, die die Walzen der Maschine zum Schmelzen brachte. Die Zeit, in der sich der Buchdrucker die Farbe selber kochte, war noch nicht lange vorbei. ... Der Akzidenzsetzer zog mit seiner ambulanten Lampe von Stecklade zu Stecklade, stellte sie auf die Form, um Korrekturen vorzunehmen. Die Formenträger trugen die Formen geschlossen auf der Schulter über die Stiege in den Maschinenraum. ... Die Lehrzeit betrug fünf Jahre, die Arbeitszeit zehn Stunden, dazu kamen häufig Überstunden, die schlecht bezahlt wurden. Häufig war auch die Sonntagsarbeit. ... Die Lehrlinge mußten viele Botengänge besorgen, Korrekturen austragen, Auflagen zustellen und Rechnungen einkassieren. Sie mußten den Saal auskehren und bei der Osterreinigung Regale waschen, Kästen mit dem Blasebalg ausblasen und dergleichen. Die Heizung geschah mit eisernen Öfen, die von den Lehrlingen bedient wurden. Sie mußten eine Stunde vor Beginn der Arbeitszeit erscheinen, was im Winter eine harte Aufgabe war, um einzuheizen und auszukehren. ... Es gehörte zum guten Ton, daß ein junger Gehilfe auf die 'Walz' ging. Manch einer, der heute als Alter kaum aus den Mauern seiner Stadt kommt, denkt mit Freude der Zeit, da er die Landstraßen Österreichs und Deutschlands abtippelte. Der Wanderbursch trug einen Kalabreser. Das Herbergswesen war hoch entwickelt. ... In kleineren Druckorten hatte auch der Gehilfe freie Station. Er aß am Tisch des Prinzipals, wohnte auch im Haus der Druckerei und verkehrte mit der Familie. Unter meinen zehn Konditionen war eine mit freier Station, aber ich hielt es trotz meiner Jugend nicht länger als vie Monate aus. ...), August Schmölzer und Alfred Schuh. Sie soll im Dienste der typopgraphischen Bildungsarbeit, getreu dem Wahlspruch "Lerne, lehre, wirke, bilde!", die Weiterbildung der Setzer forcieren. 199 Kollegen treten sofort bei.
Bei der Generalsversammlung am 18. April im Buchdruckervereinsheim in der Maigasse 19 wird Karl Berghold zum Obmann, August Schmölzer zu seinem Stellvertreter, Wilhelm Nobis zum Kassier, Alfred Schuh zum Schriftführer, Ljubomir Bogdanov zum Bibliothekar und Heinrich v. Györgyfalvay, Heinrich Novak, Anton Rutte und Hugo Rzehak zu Beisitzern gewählt. Der Mitgliedbeitrag beträgt 10 Heller.

Besuch der k.k. Staatsdruckerei in Wien

1911
Der Buchdruckergesangsverein wird in "Grazer Typographen-Sängerbund" umbenannt.  

1912
Nach dem Tod von Kaiserl.Rat. Karl Thamm übernimmt Komm.Rat Franz Pichler das Amt des Gremialvorstehers und Generaldirektor Komm.Rat Albert Reinhard die Leitung des Schulausschusses.

Umsiedelung der graphischen Fortbildungsschule in die II: Staatsrealschule in der Kaiserfeldgasse am 6. Oktober. Neuer Schulleiter ist Prof. Lorenz Hubeny, nachdem der bisherige Leiter Prof. Franz Stifter zum Inspektor dreier Länder bestellt wird. K.k. Prof. Dr. Ignaz Rothenberg übernimmt den Deutschunterricht.

1913
Übersiedelung in die Bürgerschule am Gierskai. Revisor Anton Rutte wird der neue Lehrer in Manuskriptlesen und Korrektur.
Korrekturfahne.

1914
Die Unterrichtszeit wird wegen des Ausbruchs des Ersten Weltkrieges auf die Hälfte reduziert. Das Schuljahr beginnt erst am 5. November.

1916
Lehrvertrag vom 30. März des Gremiums der Buchdrucker und Schriftgießer in Wien für Rudolf Zika als Drucker bei der Offizin Buchdruckerei Carl Gerold's Sohn in Wien.
Lehrvertrag

1918
Einstellung des Sonntags- und Abendunterrichtes auf Grund eines Schülerstreiks. Der Unterricht erfolgt nun an zwei Nachmittagen in der Woche. Das von der k.k. Statthalterei angeordnete Einsammeln von Maikäfern wird vom Lehrkörper abgelehnt.

1919
Die Fortbildungsschule wird in die Verwaltung des Landes Steiermark übernommen und die Buchdruckerschule an die Allgemeine Fortbildungsschule in der Wielandgasse unter der Leitung von Bürgerschullehrer Karl Muhry angegliedert.

1920
Am 5. November wird die vollständig umorganisierte Fortbildungsschule für Buchdrucker in der Brockmanngasse eröffnet. Der Unterricht ist mit vier Stunden wöchentlich festgelegt. Die Leitung übernimmt Oberfaktor Anton Rutte. Es kommt zur kompletten Verfachlichung des Lehrstoffes, sämtliche Berufspädagogen scheiden aus, nur mehr graphische Fachleute erteilen den Unterricht: Faktor Anton Schmölzer unterrichtet nun Satz und Rechnen, Obermaschinenmeister Matthias Egger Druck und Faktor Oskar Schauer Zeichnen und Entwurf. Letzterer gibt auch die erste Grazer. Nummer der "Graphischen Revue" heraus.
Schulleiter Oberfaktor Anton Rutte.

1921
Am 6. Juni Einführung einer obligatorischen Aufnahmsprüfung für alle in die Schule eintretenden Lehrlinge.
Auf Grund der aufkommenden Inflation und der dadurch bedingten Sparmaßnahmen entfällt der gesamte Unterricht.

1923
Gründung der Lehrlingsabteilung im "Reichsverein der Buchdruckerei- und Zeitungsarbeiter". Erster Obmann des "Gaues Steiermark" wird Anton Wagner.
Erster Ausflug der Lehrlingsabteilung nach Wien

Oskar Schauer übergibt das Obmann-Amt der "Typographischen Gesellschaft" an Hans Fenz, der die Satzmusterhefte einführt und das Jahrbuch "Steirische Druckkunst" heraus gibt.. 

Im erlassenen Fortbildungsgesetz vom 26. September ist neben der Erhaltung der Berufsschulen durch den Staat und der Verankerung der Fortbildungsschulpflicht auch die Verpflichtung zur Gründung von Gewerblichen Fortbildungsschulen enthalten, wenn innerhalb von 3 Jahren mindestens 30 Schüler innerhalb von 3 Kilometern vorhanden sind (Schulsprengel).

Mit 33 Schülern wird am 6. März in der Buchdruckerschule der Unterricht in der 1. Klasse wieder aufgenommen. Drucklehrer ist Rotationsmaschinenmeister Wilhelm Stocker.

1924
Hans Fenz übernimmt am 5. Jänner das Amt des Zeichenlehrers, Abteilungsleiter Karl Kleinrath den Unterricht für Satz und Maschinenmeister Theodor Kobler den für Druck.

1926
Der Klub der Maschinenmeister und Drucker Steiermarks tritt der
"Typographischen Gesellschaft" als kooptiertes Mitglied bei.

Am 23. Dezember wird das steirisches Fortbildungsschulgesetz erlassen. Für die allgemeingewerblichen und  fachlichen (kaufmännischen) Fortbildungsschulen sind nach den örtlichen Verhältnissen Schulsprengel festzulegen, die in der Regel mit dem Gemeindegebiet zusammenzufallen. Jeder dieser 20 Fortbildungsschulen sind die in ihrem Schulsprengel beschäftigten Lehrlinge zuzuweisen. Die Unterrichtssprache ist Deutsch, die Unterrichtszeit an Werktagen von 7-18 Uhr, die Schulbesuchspflicht bis zum Ende der Lehrzeit.

Lehrbrief Lehrbrief von 29. April 1926

1927
Auf Grund der Zusammenlegung der Gremien für Buch- und Steindrucker kommt es in der Schule zur Aufnahme der Flachdruckerlehrlinge. Die Firmen Böttger & Grettler und Alfred Wall überlassen hiefür ihre Betriebsräume als Lehrwerkstätten. Lithographielehrer wird Hugo Vasko, Steindrucklehrer Max Köhler. Faktor Hans Persiwofsky unterrichtet die Setzer. Zur Errichtung der Lehrwerkstätte für die Buchdrucker leistet jeder Druckereibesitzer einen Beitrag von 10,- Schilling für jeden von ihm an der Schule eingeschriebenen Lehrling.

1928
Der Hygieneunterricht wird eingeführt.

Anton Rutte, der Leiter der Schule, besucht vom 4. bis zum 8 September, subventioniert vom Gewerbeförderungsinstitut, die internationale Ausstellung "Pressa" in Köln, auf der auch der II. Internationalen Buchdruckerkongress abgehalten wird. "Die Abteilung 'Buchgewerbe und Graphik' ist die interessanteste für den die Ausstellung besuchenden Graphiker. Alle Gewerbezweige, von den Materialien, Maschinen, Werkzeugen angefangen bis zum fertigen Buch, sind vertreten. ... Das Auge fesselt ein eigenartiger monumentaler Bau in Halbkreisform, das 'Staatenhaus', die Presseschau aus aller Herren Ländern, aus der Alten und Neuen Welt."

1929
Übersiedlung der Schule in die Kaiserfeldschule.
Franz Prisching, Fachlehrer für den Steindruck.
Franz Prisching übernimmt den Steindruck-, Fachlehrer Franz Lackner den Satzunterricht: "Die Kultur eines Volkes liegt nicht zum geringen Teil in seinem Schrifttum. Zur Kultur zählt daher auch der gepflegte, zumindest der fehlerfreie Gebrauch unserer Muttersprache. Mithelfer daran ist und bleibt immer auch der Buchdrucker, sofern er Anspruch erhebt auf diesen Berufstitel."
Erinnerungen des damaligen Schüler Hans Kieberl und Willibald Teuschler: "Ich sehe noch die Manuskripte, die wir 'lesen lernen' mußten, und ich weiß noch genau um die Stunden, in welchen wir uns mit der französischen Aussprache plagten. Ich sehe mich noch klein und vernichtet vor dem Lehrherrn stehen, als der Direktor der Schule diesem mitzuteilen genötigt war, daß man mich als Missetäter für ein zerschlagenes Flurfenster feststellen mußte."
"Mit Sicherheit erinnere ich mich noch des mich augenblicklich anwidernden geölten und stark riechenden Bretterbodens in den Klassenzimmern. Wer den Unterricht eröffnete, weiß ich nicht mehr. Vielleicht war es der ausschließlich durch goldberänderte Zwicker in unheimlicher Schärfe blickende damalige Direktor der Fachschule, Anton Rutte, vielleicht war es der um nichts weniger zu fürchtende Fachlehrer für Satz, Herr Lackner, möglicherweise auch der stets an einen modernen Sportlehrer erinnernde Herr Fachlehrer Fenz oder der auch in stundenlangen Diktaten selbst nie ermüdende, uns aber stets zur Verzweiflung bringende Fachlehrer für Druck, Herr Stocker. ... Eines glücklichen Tages hatten wir dann die Fachschule hinter uns. Nach der offiziellen Schlußfeier vereinte der erste Versuch zu einem zünftigen Bierseech die nunmehr auftatmenden Stifte in einem Restaurant am Hilmteich. Noch einmal häkelten wir unsere Lehrkräfte kräftig durch. Doch, ich weiß nicht, war es die laue Julinacht oder das ungewohnte Bier, oder die Gewißheit, aus der Schule endgültig draußen zu sein - auf einmal stand jedenfalls fest, daß unsere Lehrer doch die prächtigsten Menschen gewesen sind, die uns nur weiterbilden und helfen wollten."      


1930
Die Schulzeit wird von acht auf neun Monate verlängert.
Ab dem Schuljahr 1929/30 werden beim Schulaustritt den drei Besten vom Gremium der Buch- und Steindrucker gestiftete und von Prof. Gösser entworfene Gold-, Silber- und Bronze-Medaillen verliehen.

Der übliche Lehrlingslohn beträgt zwischen erstem und vierten Lehrjahr 15% bis 45% des Gehilfenlohnes, also zwischen 8 bis 25 Schilling.

Die Typographische Gesellschaft Graz feiert ihr 20jähriges Jubiläum. Die Bildungsarbeit des Vereins umfasst Vorträge und Kurse für Satztechnik, Drucktechnik, deutsche Sprache, Italienisch,  Zeichnen, Bleischneiden, Kalkulation, Stereotypie, Ätzen, Buchhaltung, Korrekturlesen und Photographieren. 

Der Vorstand der Tgg: stehend: Barboritsch, Sonnleitner, Zajicek, Brandl, Stieber, Stöhr, Kirschner; sitzend: Kleinhansl, Pokorny, Lafer (Vorstand), Stipanowitsch, Bauer, Schwarzl.

1932
Der "Grazer Typographen-Sängerbund", der sich mit dem Gesangsklub "Senefelder" fusionierte,  feiert sein 40jähriges Bestehen. Es werden Sänger- und Konzertreisen nach Mürzzuschlag, Kalsdorf, Weiz, Klagenfurt, Leoben, Leibnitz, München, Bruck und Budapest durch geführt.
Grazer Typographen-Sängerbund.

1933
Übernahme der provisorischen Schulleitung durch Fachvorstand Hans Fenz, der allerdings bereits acht Tage nach seiner Ernennung wegen der Februarereignisse - Nazionalsozialisten beginnen mit der Verfolgung politische Gegner - wieder suspendiert wird.
Einführung des obligatorischen Religionsunterrichtes.

1934
Im Februar übernimmt Fachlehrer Franz Lackner die Schulleitung. Die Schulzeit wird auf 10 Monate erhöht. Die Buchbinder, die bis jetzt einer allgemeinen gewerblichen Fortbildungsschule angegliedert waren, kommen organisatorisch und administrativ zur graphischen Schule. Aus Raummangel müssen sie jedoch in der Marschallschule belassen bleiben. Ihr Fachlehrer ist Koloman Donner.
 Fachlehrer Hans Fenz und Schulleiter Franz Lackner.
Der Schriftsetzerlehrling Heinrich Rörig berichtet: "1934 freigesprochen zu werden, langte gerade, um kurz darauf die Tore meines Ausbildungsbetriebes, der Deutschen Vereinsdruckerei, für immer sich schließen zu sehen. Das hieß den Boden unter den Füßen zu verlieren und zu dem immer spürbarer anschwellenden Haufen arbeitloser Buchdrucker zu stoßen, mit keinerlei Aussicht, in naher Zukunft unterzukommen. Obwohl ich meine ganze Jugend in Graz verbracht hatte, wurde ich, da mein Vater die deutsche Staatsbürgerschaft nicht abgelegt hatte, zur Verringerung der Arbeitslosenzahl meiner Heimat verlustig erklärt und nach Deutschland abgeschoben. Dort umgeschult, da Hitlers Herrschaft die Buchdruckereien geleert und die Schwarzkünstler anderem zugeführt hatte, kam ich zum Verrechnungsfach. Der Krieg ließ mich alle seine Phasen durchkosten. Am Tage meiner Gefangennahme bei Mont Saint Michel wollte man mich liquitieren, weil ich Unteroffizier war. ... Nun sitze ich hier heroben im pommerschen Veckermünde beim aufreibenden Bankdienst. Und keine Aussicht, jemals meine geliebte Heimat zu sehen !" 

1935
Die graphische Schule übersiedelt in die Elisabethschule.

1936
Im März findet erstmals eine achttägige Fachexkursion nach Wien statt. Es werden die Betriebe Vorwärts, Steyrermühl, Berthold & Stempel, Kast & Ehinger, Angerer & Göschl, die Graphische Versuchs- und Lehranstalt und die Wiener Fortbildungsschule besichtigt.
Wiener Zentralberufsschulgebäude in der Hütteldorfer Straße.

Die Rastrier- und Stoffdruckerlehrlinge werden der Schule zugewiesen. Durch das Verdienst von Landeshauptmann Dr. Karl Maria Stepan wird der turnusmäßige Lehrwerkstättenunterricht für die Schüler der 3. Klasse in einem als Setzerlehrwerkstätte neu eingerichteten Schulzimmer der Andräschule aufgenommen. Von der Druckerei Leykam wird kostenlos eine Handabziehpresse zur Verfügung gestellt.

1937
Die Vervielfältiger und Chemigraphen werden der Schule zugeteilt.

1938
Unmittelbar nach der Annexion Österreichs im März wird der Religionsunterricht aufgelöst, und die bisherige vormilitärische Jugenderziehungsstunde in eine obligate Turnstunde umgewandelt.
Günter Waldorf (Steßl) tritt in die 1. Lithographenklasse ein.

Im Reichsschulpflichtgesetz vom 6. Juli wird das österreichische Recht durch das deutsche ersetzt (4 Durchführungsbestimmungen). Das Lehrlingswesen ist streng geregelt: Es erfolgt die Umbenennung der Fortbildungsschulen in Berufsschulen, in den einzelnen Bezirken werden Gauberufsschulen gegründet, die 3jährige Berufschulpflicht  wird verpflichtend vorgeschrieben (jeder Lehrling, gleichgültig welchen Alters, ist berufsschulpflichtig). Vor Lehreintritt muss eine Eignungsprüfung beim Arbeitsamt, nach zwei Jahren eine Zwischenprüfung und nach Lehrzeitende die Gehilfenprüfung abgelegt werden.

1939
Von der Schulbehörde wird fest gelegt, dass alle im Umkreis von 50 Kilometer wohnenden Lehrlinge die mittler Weile in "Gewerbliche Berufsschule" umbenannte Grazer Schule zu besuchen haben. Zusätzlich veranlasst die Innung des graphischen Gewerbes, dass alle Lehrlinge der Steiermark die Berufsschule besuchen müssen, sofern eine Hin- und Rückfahrmöglichkeit nach Graz an einem Tag gegeben ist.

1940
Auf Initiative von Stadtschulinspektor, Stadtrat Anton Haas, übersiedelt die Berufsschule für Buch- und Steindrucker von der durch einen Bombentreffer zerstörten Marschallschule in das Volksschulgebäude, Münzgrabenstraße Nr. 18. Der Lehrwerkstättenunterricht wird innerhalb des normalen Stundenplanes aufgenommen. Die Chemigraphen- und Photochemigraphenlehrlinge erhalten einen eigenen Fachunterricht; Otto Dechant und Wilhelm Weigel werden hiezu als Lehrer bestellt.
Im praktischen Unterricht werden sie zusammen mit den Lithographen bei der Firma Böttger & Grettler ausgebildet.

1941
Am 24. März offizielle Eröffnung des ersten Berufsschulgebäudes in der Münzgrabenstraße 18 in Graz, in welchem nun folgende Schulen untergebracht sind: Die Berufsschulen 2, 16, 17 und 22 der KleidermacherInnen, die Berufsschulen 7 und 27 der FriseureInnen, die Berufsschule 20 der Schlosser und die Berufsschule 21 der Buchdrucker. In Zusammenwirken von der Stadtgemeinde Graz, der Abteilung II des Reichsstatthalters und den zuständigen Fachverbänden wurden die Mittel zur Adaptierung von Lehrwerkstätten für die Friseure, für die Schneider, die Tapezierer und die Setzer und Buchdrucker im vollen Ausmaß zur Verfügung gestellt. Nur für die Lithographen und Buchbinder standen in der Schule keine Lehrwerkstättenräume mehr zur Verfügung.
                             
         Das erste Grazer Berufsschulegebäude, Münzgrabenschule, mit Lehrwerkstätten für die Setzer und Buchdrucker.
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1942
Auf dem Gelände einer ehemaligen Ziegelei in der Petersgasse errichtet die Gauwirtschaftskammer mit einem Kostenaufwand von RM 40.000,- zwei Baracken und vermietet diese der Stadt Graz als Unterrichtsräume für einen Berufsschulunterricht; 1944 werden sie als Lehrbauhof für die Berufsschule der Maurer ausgebaut: sie stellen die Urzelle des Berufsschulzentrums Graz-St. Peter dar.
1944 Bauhof Lehrbauhof
Der "Lehrbauhof Petersgasse"

1943
Der Schulbesuch wird auch für die Lehrlinge aus Marburg verpflichtend. Obermaschinenmeister Josef Haas aus dem Hause "Styria" wird Fachlehrer für die Drucker. Im 3. Jahrgang bekommen die Buchdruckerlehrlinge jeweils die Möglichkeit, an den Maschinen der Universitätsbuchdruckerei praktisch ausgebildet zu werden.

Die Gauwirschaftskammer errichtet mit einem Kostenaufwand von RM 40000,- in Graz-St.Peter zwei Baracken, die bald durch eine gemauerte Werkhalle ersetzt werden, und vermietet diese für den Berufsschulunterricht an die Stadt Graz. Die Urzelle des Grazer Berufsschulzentrum ist geschaffen.

1944
Auf Grund der Kriegsgeschehnisse - die russische Armee nähert sich der steirischen Grenze - wird der gesamte Unterricht eingestellt.

1945
Reichsüberleitungsgesetz: Alle zwischen 1938 und 1945 erlassenen Gesetze, die mit dem Bestand eines freien, unabhängigen Staates Österreich und den Grundsätzen einer echten Demokratie unvereinbar sind, werden aufgehoben. Des gesamte berufsbildende Schulwesen wird umgestaltet: Lückenlose Schulsprengel erhöhen die Verfachlichung und führen zur Schaffung von Landesberufsschulen. Der Lehrstoff wird in 3 Fachgruppen gegliedert.

Unter Beibehaltung der dreijähriger Berufsschule wird die Lehrzeit im grafischen Gewerbe auf vier Jahre erhöht.

Hans Fenz wird im Mai  vom Leiter der Abteilung des Gewerblich-technischen Schulwesens des Steiermärkischen Landesschulrates, Dipl.Ing. Penninger, zum Leiter der wieder ins Leben gerufenen Berufsschule bestellt. Dem Lehrkörper gehören weiters Franz Lackner für den Satz, Erich Hochstraßer für den Buchdruck, Franz Prisching für den Steindruck, Otto Dechant für die Chemigraphie und Max Enge für die Buchbinderei an.
Einer der Schüler, Otto Pammer, erinnert sich: "Ein bunt zusammengewürfeltes Häuflein war es, das sich nach dem 2. Weltkrieg am Münzgraben zusammenfand: 'Grüne' 15-Jährige büffelten mit fronterprobten 30igern zusammen in den Bänken der graphischen Abteilung der Berufsschule. An kaum einem war die unselige Zeit vorübergegangen, ohne Spuren zu hinterlassen. Nicht nur, daß die Begriffe Menschlichkeit und Moral durch den Krieg negativ beeinflußt wurden, auch bildungs- und wissensmäßig klafften Lücken, die zu stopfen den Lehrern   der 'Graphischen' eine harte Aufgabe war."

1946
Beim dritten Lehrlingsabend
der Landesstelle der "Gewerkschaft der Arbeiter der graphischen und papierverarbeitenden Gewerbe" am 7. Februar kommt es zur Bildung eines Lehrlingsausschusses unter der Leitung von Ernst Prichtzig.

1947
Die Jugendgruppe
der "Gewerkschaft der Arbeiter der graphischen und papierverarbeitenden Gewerbe" entfaltet mit 37 Heimabenden und mehreren graphischen Wettbewerben eine rege Tätigkeit und wird dabei durch den Leiter der Fachschule, Hans Fenz, besonders gefördert, der bereits auf eine 25jährige Tätigkeit in der Jugendbetreuung zurückblicken kann.

1948
Die Bezirksberufsschulen hören zu bestehen auf und so gibt es auch für das graphische Gewerbe nur mehr eine Berufsschule,. die Münzgrabenschule in Graz. Erster Direktor wird Lorenz Markgraf.
In der zweiten Junihälfte findet eine Studienfahrt nach Wien statt. Kriegsbedingt sind die 65 Teilnehmer im Westbahnhofbunker unter gebracht.  

Das Kinder- und Jugendbeschäftigungsgesetz
vom 1. Juli enthält unter anderem die Bestimmungen, dass Kinder (unter 15 Jahren) zu keinerlei Arbeiten herangezogen werden dürfen, dass Jugendliche  an Sonn- und Feiertagen sowie an Wochentagen zwischen 20 – 8 Uhr nicht beschäftigt werden dürfen, dass ihre tägliche Arbeitszeit max. 8 Std. betragen darf, die Unterrichtszeit in der Berufsschule auf die Dauer der wöchentlichen Arbeitszeit anzurechnen ist sowie ein Urlaubsanspruch von mindestens 12 Werktagen gegeben sein muss.

1950
"Spitz Kolumne", dreifarbige Zeitschrift anlässlich des Schulabschlusses von 16 Schülern der 3. Klasse des Jahrganges 1949/50 der Berufsschule für Buchdrucker in Graz in einer Auflage von 100 Stück.

Spitz-Kolumne

1951
Vom 27. Mai bis 2. Juni findet eine achttägige Studienfahrt der graphischen Abteilung der Berufsschule nach Wien statt. Die Fachlehrer Fenz, Haas und Lackner sowie Heinz Peisser als Gewerkschaftsvertreter begleiten die 61 Schüler. Besichtigt werden  die Photochemische Anstalt Angerer & Göschl, die Semperit Gummiklischee Werkstätte, die Schriftgießerei Berthold & Stempel, die Druck- und Verlagsanstalt Vorwärts, die Monotypeanalage der Druckerei Spieß, das Technische Museums, die Farbenfabrik Kast & Ehinger, das KHM, die Nationalbibliothek, die Graphischen Lehranstalt, die Wiener Berufsschule sowie das Burgtheater.
"Pünktlich um 7.28 Uhr, nachdem die Unter-, West- und Oststeirer noch den Anschluß erreicht hatten, rollte der Zug aus dem Hauptbahnhof. Der Himmel war bedeckt, dafür die Stimmung durchaus sonnig. Freudig wurden in Bruck und Mürzzuschlag die Zusteigenden begrüßt. Reibungslos verlief die Kontrolle an der Demarkationslinie und dann tat sich für viele erstmalig die Schönheit des Semmering und das Wunderwerk der technischen Meisterung dieser Bergwelt mittels des Schienenstranges auf. Tunnels und Viadukte wurden gezählt. Gleiche Spannung gab es bei der Einfahrt in die Großstadt Wien. Am Bahnhof Meidling wurden wir bereits com Koll. Steiner erwartet, der uns nach dem prächtigen Gästehaus der Stadt Wien, nach Schloß Pötzleinsdorf brachte. Mittag war4 länmgst vorbei und die Fußballtiger hatten höchste Zeit, ins Stadion zu dem Länderspiel Österreich - Schottland zu kommen, die Mehrzahl davon spekulierte allerdings auf Schleichhandelskarten, aber selbst das vergeblich. Das 'Tagwerk' am Montag begann mit der Besichtigung der Photochemischen Großanstalt Angerer & Göschl in der Ottakringerstraße. Eine aufschlußreiche Führung durch den Herrn Betriebsleiter Ferdinand Schickel udn Detailerklärungen der Abteilungsleiter und Angestellten vermittelten einen eingehenden Eindruck. Der Nachmittag war dem Besuch der Semperit-Klischee-Werkstätte gewidmet, in der für die meisten Teilnehmer ein Neuland eröffnet wurde. Und zur Entspannung ging es abends ins Ronnacher, wo das Burgtheater Bernard Shows 'Cäsar und Kleopatra' mit Werner Kraus, Susi Nicoletti, Albin Skoda, Theo Lingens, Fred Liewehr und Hilde Wagener gab. Der zweite Tag, Dienstag, war voll Arbeit und, da sich die Tagwache einigermaßen hingezogen hatte, kaum Zeit genug, Kaffee und Kipferl zu verschlingen. Schloß Pötzleinsdorf liegt weit draußen am Stadtrand und die Fahrt zur Druck- und Verlagsanstalt 'Vorwärts' im 5. Bezirk, Rechte Wienzeile 97, nahm fast eine Stunde Zeit nti Straßen- und Stadtbahn in Anspruch. Exkursionsbeginn war um 7,30 Uhr. Eine Gruppe besuchte zunächst den 'Vorwärts', die andere Hälfte, die nicht weit davon gelegene Schriftgießerei Berhold & Stempel in der Grüngasse 16a. Um 10 Uhr wurden die Schauplätze getauscht. In beiden Unternehmungen gab es viel Neues und Interessantes und viele Kilometer und Stiegen. Deshalb mundete auch die Würsteljause, die die Schriftgießerei liebenswürdigerweise vorbereitet hatte, doppelt gut. Besondere Erwähnung verdient die Anlage der Monotype Supra in der Druckerei, die auch für Wien damals noch Neuheit war. Man kann mit dieser Maschine einen Betrieb fast unabhängig von der Schriftgießerei machen, eine Art Schriftgießerei im Hause. Gleichfalls aufgefallen sind die Sauberkeit und Zweckmäßigkeit der Einrichtung im großen Setzersaal. Tiefdruckanlage, Tiefdruck-Rotationsmaschine, aber auch große Rotationsmaschinen, die Stereotypie und noch vieles andere waren für die meisten Schüler vollkommen neu. Das Mittagessen klappte diesmal schon weit besser als bei Semperit, es war vor allem auch ausgiebiger. Am frühen Nachmittag wurde die Buchdruckerei R. Spieß, Straußengasse 16, besucht, die eine große Monotype-Setzmaschinenanlage bersitzt. Eingehend wurde auch hier geführt und erklärt. Eine Auswahl von 25 Teilnehmern (3. Klasse und Provinz) besichtigte anschließend eine Ludlow-Anlage in der Druckerei Uiberreither (Salzer). Es war die Maschine, die größte Bewunderung auslöste, kann sie doch einen großen Umsturz in der Buchdruckerkunst herbeiführen. Reichlich müde kehrten wir am Abend ins Schloß Pötzleinsdorf zurück. Am Mittwoch hieß es um 8 Uhr schon beim Technischen Museum in der äußeren Mariahilferstraße sein. Also wieder Fahrt in die Stadt bis zum Gürtel, diesen entlang und dann neuerlich an den Stadtrand. Die interessante Führung - wir besuchten auch die Edison-Sonderschau und hörten aus einem Grammaphon die Stimme des großen Erfinders - dauerte zwei Stunden und vermittelte einen Blick auf den Ausgangspunkt mancher technischen Einrichtung, die uns bereits als selbstverständlich gilt. Die Zeit bis zum Mittagessen in einer WÖK-Küche (Mariahilferstraße) verwendeten wir zur Besichtigung der prinkvollen Schloßräume von Schöbrunn. Nachher gab es allerdings ein unfreiwilliges Bad in einem fürchterlichen Gußregen. Beim Mittagessen hatten wir Schwedinnen zu Nachbarn, die tagsvorher im Schloß Pötzleinsdorf eingezogen waren. Die 'Beziehungen zum Ausland' blieben jedoch auf diese kurze Begegnung beschränkt. Rasch hieß es dann an das entgegengesetzte Ende der Stadt, nach Simmering, zum Besuch der Farbenfabrik Kast & Ehinger, Wien XI, Fickeystraße 13. Von der Direktion und ihren ersten technischen Mitarbeitern herzlich begrüßt, ging es durch die Fabriksanlagen, das Laboratorium und die Versuchs- und Effektdruckerei, an Firniskochkesseln vorbei, an riesigen Bottichen, Rühr- und Mischwerken. Nach einer kurzen Plauderei im Büro gab es eine namhafte Geldspende der Firma, die uns bei der Schulschlußfeier ein künstlerisches Programm bestreiten half. Wieder waren alle froh, daß der Tag zu Ende war. Ein Besuch der Internationalen Plakatausstellung eröffnete den 'Verdauungsspaziergang' nach dem Frühstück am Donnerstag. Die eigenartige Schau im Freien vor dem Wiener Messegebäude eröffnete (ohen Eintrittsgebühr) einen interessanten Blick in das internationale Plakatschaffen. Dabei gab es viel Spreu vom Weizen zu sondern. Überrascht hat das hohe Niveau der holländischen und dänischen sowie der tschechoslowakischen Plakatkunst, neben deren kultivierten Erzeugnissen anderer Arbeiten, vor allem auch viele österreichische, arg verblaßten. Schon der Vergleich war lehrreich. Einen Gang durch verflossene Kunstepochen machten wir anschließend unter der ausgezeichneten Führung von Dr. Rupp, im Kunsthistorischen Museum. Ägypten, Griechenland, das mittelalterliche udn neuzeitliche Deutschland, Holland, Italien, Frankreich und Österreich wurden an zahllosen Bildern (eineigener Raum war nur Breughel gewidmet) lebendig, lebendig vor allem durch den eingehenden und allgemein vertsändlichen Kommentar von Dr. Rupp. Nach dem Mittagessen bei der WÖK in der Mariahilferstraße wurden zwei Gruppen gebildet: die Buchbinder, einige Setzer und Drucker besuchten die Großbindereien Scheibe, III., Marxergass 34 und Strobl, XVII., Lobenhauergasse 17-19, während die anderen, der weitaus größere Teil, der repräsentativen Österreichischen Gewerbeausstellung im Messegelände (Prater) einen Besuch abstattete und davon einen wertvollen Überblick über den hohen Stand österreichischen Gewerbefleißes mitbekamen. Beide Gruppen trafen sich am Abend vor der Volksoper, in der ein Staatsopernensemble Carl Millöckers 'Gasperone' zur Aufführung brachte. Willy Domgraf-Faßbaender, Esther Rethy, Geraldine Katt sind die bekanntesten Namen aus dem hervorragenden Ensemble. Oscar Fritz Schuh hatte die Operette inszeniert, Anton Paulik besorgte die musikalische Leitung. Es war ein schönes küstlerisches Erlebnis, aber es wurde auch wieder Mitternacht, ehe man ins Bett kam. Allein am Freitag war um eine Stunde später Tagwache. denn wir brauchten erst um 9 Uhr in der Nationalbibliothek sein. Hier erschloß sich dem Beschauer die Welt des Buches, dessen neue Produkte wir mitgestalten helfen. Vom Prunksaal der Bibliothek mit den wertvollen Beständen und jenen des Prinzen Eugen geleitete uns ein Bibliothekar durch Entlehn- und Leseräume, unübersehzbare Magazine für 800.000 Bände in die eigentliche Schatzkammer mit handgeschriebenen Büchern, einer Original-Gutenberg-Bibel und Wiegendrucken. Und gleichsam als Draufgabe zeigte man uns ägyptische Original-Papyri im erstaunlichen Alter von rund 3000 Jahren. Weniger ergiebig war der Besuch der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt nach dem Mittagessen bei der WÖK. Man erklärte dort, auf unser Kommen nicht vorbereitet zu sein. In wenigen Räumen, durch die man uns führte, herrschte kein Betrieb, weil die Schüler dieser Anstalt die Gewerbeausstellung besuchten. Es war also eigentlich verlorene Zeit, die uns der Besuch bedeutete, von dem wir uns die Vorführung des Lichtdruckes in erster Linie erwartet hatten. Eine teilweise Entschädigung bot die Abteilung Offsetdruck, die uns im Betrieb vorgeführt werden konnte. Von der 'Graphischen' war der Weg in die Wiener Berufsschule nicht weit. Blasser NHeid befiel alle Teilnehmer ob der schönen lichten Räume, der zweckmäßigen Einrichtung und der Dotierung der graphischen Abteilung mit Schrift und sonstigem Material. Ein weitläufiger Maschinensaal mit besten Lehrobjekten steht den glücklichen Schülern dieser Anstalt zur Verfügung. Verglichen mit dem Grazer 'Stübchen', das sich auch stolz Lehrerkstätte nennt, besitzen die Wiener Buchdruckerlehrlinge eine Großdruckerei, in der sie nicht wie ihre Grazer Kollegen mit Wasser kochen brauchen. Mit einer erstklassigen Aufführung von Shakespeare 'Hamlet' durch das Burgtheaterensemble klang der Tag, aber auch unser erlebenisreicher Besuch von Wien und seiner fachlichen Kapazität wie seiner einmaligen kulturellen Einrichtungen, gleichsam alles krönend, aus. Wieder standen die Großen der darstellenden Kunst vor uns auf der Bühne: Ewald Balser, Liselotte Schreiner, Albin Skoda, Fred Liewehr, Felix Steinböck, Franz Herterich, Stefan Skodler, Leopold Lindtberg (Regie) und noch viele andere. Und wieder wurde das Wort in reinster Kultur und absoluter Beherrschung zum Mittler großer Gedanken des englischen Klassikers. Man hätte sich keinen schöneren, keinen festlicheren Abschluß der ganzen Studienreise denken können. Am Samstag früh ging es ans Abschiednehmen von den liebgewonnenen Betreuern in Schloß Pötzleinsdorf und nach einem kleinen Kampf hatte jeder seinen Sitzplatz in dem 'Separatwaggon', der uns der Heimat, dem graphischen Alltag entgegentrug. Nachhallen aber wird das Gesehene, das Erlebte und dfann noch, wenn man sich der Berufsschulpflicht nur noch von fernher erinnern wird. Dieser knappe Rückblick kann nicht geschlossen werden, ohne des Fachlehrers Franz Lackner im besonderen zu gedenken, denn er war ein ausgezeichneter 'Finanzminister'. Mitten aus einer Besichtigung heraus, am frühen Morgen wie am späten Abend verhandelte er, um Günstiges für die Teilnehmer an der Reise herauszuschlagen. Er war im vollsten Sinne des Wortes eine wirkliche 'Mutter der Reisegesellschaft'.

1951 Wien Wien Wien 1951 Schülermappe
Studienfahrt der Abteilung Graphik der Berufsschule Graz-Münzgraben
Lehrlingsarbeiten von Angern, Bretterbauer, Draxler, Hager, Kober, Lafer, Purk, Purkhofer, Seitlinger, Skriwan, Trattnig - Druck auf Hungaria-Tiegelpresse, Umschlag in der Lithographenwerkstätte von Böttger & Grettlert Graz.

14. bis 17. Juni Ausstellung von Schülerarbeiten an der Berufsschule.

Am 6. Juli findet eine Schulschlussfeier der Abteilung Buch- und Steindrucker sowie Chemigraphen und Buchbinder statt.

1952
Mappe mit Lehrlingsarbeiten von Beck, Breithofer, Bretterbauer, Draxler, Eimüller, Fischer, Ganster, Katter, Klöckl, Kreuzweger, Lafer, Mack, Pallier, Popowitsch, Prichtzig, Purkhofer, Rieger, Schnuderl, Seitlinger, Sima, Theißl, Trummer, Weitzhöfer, Wildbacher, Wolf.

1953
Kontakte mit Partnerschulen von Bremen, Köln, Frankfurt, München und Zürich bringen die Anregung zur Herausgabe einer eigenen Schülerzeitung und so wird im Februar die Schülerzeitschrift "Der Bleistift" gegründet.

 

Schülerzeitung "Der Bleistift" - Fachlehrer Lackner: "Schreibt wenigstens ein gutes, richtiges Deutsch, blamiert mich und Euch nicht, sondern beweist, dass Ihr in meinen Folterkammern deutscher Sprachlehre und Rechtschreibregeln mehr gelernt habt als manche Erzeuger unserer Alltagsmanuskripte!"


Am 10. April findet die erste Sitzung der von "Jüngern der Schwarzen Kunst" neu gegründeten Schulgemeinde statt, deren Ziel es ist, die Gemeinschaft unter den Schülern durch verschiedenste Aktivitäten zu verbessern. Eine eigene Schülerbücherei mit über 300 Büchern wird eingerichtet. Zum Vorsitzenden wird Martin Stark (3. Kl.), zu seinem Stellvertreter Reinhold Pachernegg (2. Kl.) und zum Kassier Werner Ehtreiber gewählt.

Einführung einer Eignungsprüfung für aufzunehmende Lehrlinge.

Unter Direktor Julius Winkler erfolgt durch den Erwerb eines Parterrezimmers eine Vergrößerung der Lehrwerkstätten  für die Buchdrucker und Chemigraphen. Neuer Chemigraphen- und Reproduktions-Photographenlehrer ist Hermann Weigel, neuer Fachlehrer der Buchbinder Buchbindermeister Franz Stürzer. Durch die Förderung von Innungsmeister Zentraldirektor Josef Kramer werden Schriftmaterial, eine Schnellpresse zum Preis von 60000 Schilling sowie eine kleine Ätzerei angekauft.
 
Fachlehrer Hermann Weigel (Chemigraphen) , Franz Stürzer (Buchbinder)

1954
In den Räumen des Kolpinghauses wird der erste Schülerball veranstaltet.

Vom 23. bis 29. Mai Studienfahrt über Linz nach Wien. Besichtigt werden die Betriebe "Vorwärts", "Berthold & Stempel", Angerer & Göschl", "Kast & Ehinger" sowie die Staatsdruckerei, die Nationalbibliothek und das Schloss Schönbrunn.
Vor dem Gutenberg-Denkmal in Wien Venedig

Lehrer-Exkursion vom 12. bis 14. April nach Italien unter der Reiseleitung von Josef Schoberwalter: Graz - Villach (Brauerei) - Mühldorf Deckenfabrik Hopfgartner) - Lienz (landwirtschaftliche Lehranstalt) - Valdagno (Weberei Marzotto) - Venedig.

Am 13. November offizielle Eröffnung der aus Mitteln der Landesbehörden und der Innung neu gestalteten Lehrwerkstätten für Drucker, Setzer, Chemigraphen und Buchbinder. Insgesamt besuchen 110 Schüler die graphische Abteilung.

Die Lehrwerkstätten von Buchdruck, Lithographie, Steindruck und Buchbinderei.

Viktor Vavra folgt dem am 30. Dezember verstorbenen Josef Haas als Druckfachlehrer nach.

1955
Im Winterbierhaus findet am 29. Jänner der Schulgemeindeball "Tanzende Zwiebelfische" statt.


Unter dem Motto "Verfischtes ABC" veranstalten die Lehrlinge der Grazer Buchdruckereien einen Faschingsabend.

Jeden Montag finden an der Schule Kurse für Blei-, Linol- und Gummischneiden sowie für Kunstgeschichte statt.

50 Jahre BS III Zum 50jährigen Schuljubiläum fährt die graphische Abteilung der Berufsschule nach Wien.

50 Jahre Graphische Berufsschule: Setzer, Chemigraphen, Buchdrucker, Buchbinder. 

Lehrerexkursion vom 4. bis 7. April: Graz - Bad Reichenhall (Feinstrumpfwirkerei) - Königsee - Salzburg - Innsbruck (Baumwollweberei Jenny & Schindler) - Silz (Seidenweberei) - Brenner - Sterzing - Meran - Bozen - Brixen - Lienz (Müllerhof) - Villach.

(Vom 31. Mai bis 2. Juni Abschlussreise der 3. grafischen Fachklasse über Liezen, Bad Aussee, St. Wolfgang nach Salzburg.
Fachlehrer Fenz mit der 3. Klasse in Salzburg

Eine von 9. bis 12. Juni durchgeführte Abschlussreise , an der 30 Schüler teilnehmen, führt nach Venedig, wo Italiens größter Zeitungsbetrieb "Il Gazzettino" besucht wird. Die Rückfahrt geht über Treviso, Vittorio Veneto, Cortina d'Ampezzo, Toblach, Lienz und Spittal an der Drau.

Zweiteilung der Gewerblichen Berufsschule Münzgraben. Matthias Schneller wird Direktor der neuen Berufsschule III für graphische Lehrberufe, für Friseure, Zahntechniker, Modisten, Sattler, Schuhmacher und Maschinstricker.

Fachlehrer Franz Lackner 65 Jahre: geb. am 22.11.1890 in Graz, 1904-08 Lehrzeit in der Styria, 1909-11 Walz nach Deutschland, Dänemark, Norwegen, Schweiz, 1911-34 Deutsche Vereinsdruckerei, 1911-18 Kriegsdienst, ab 1935 Styria.
Franz Lackner

Alfred Stingl, der spätere Grazer Bürgemeister, wird zum Obmann des Lehrlingsausschusses für das graphische Gewerbe gewählt:
"... Die allgemein negative Einstellung zu uns jungen Menschen benützen Schmierfinke, die sich Zeitungsschreiber nennen, zu großaufgemachten Artikeln mit sensationellen Schlagzeilen. Würde man dieser Presse immer Glauben schenken, so müßten 90 Prozent der Jugend kriminell sein. In Wirklichkeit sind es zwei Prozent. Daher sei den ewigen Jugendfeinden gesagt: 'Wie man sät, so erntet man!' ..."

1956
3. Wintersport-Bundesmeisterschaften für österreichische Berufsschüler vom 24. bis 26. Februar in Eisenerz.

1957
Fachexkursion in die Papierfabrik Arland mit Fachlehrer Schönherr.

In Begleitung der Fachlehrer Fenz, Kramer und Meditz sowie von Gewerken Petritsch vom 19. bis 26. Mai Studienfahrt der 3. Klassen der Setzer, Buchdrucker, Steindrucker, Chemigraphen, Lithographen und Buchbinder über Linz nach Wien.

                                                        Vor der Baracke des Jugendherbergsverband in Meidling

Vom 22. bis 28. September Exkursion der ersten und zweiten Klassen über die Wachau nach Wien.

                                                        Vor dem Jugendgästehaus in Pötzleinsdorf

1958
Unter Direktor Matthias Schneller und den Lehrkräften Dr. Alois Adler, Walter Außerhofer, Hans Fenz, Karl Schönherr und Hermann Weigl beendet die dritte Klasse ihre Ausbildung: Brunner, Feuchtl, Fiala, Hain, Heschl, Horvath, Inanger, Krug, Ledl, Linzer, Oman, Platl, Platzer, Querch, Rasteiger, Schleiss, Schobernigg, Schönwetter, Schopper, Serschen, H. und L. Soltys, Steiner, Strauß, Szokasits, Tausend, Weranitsch, Willsberger.
Dr. Alois Adler, Deutsch, Walter Außerhofer, Buchdruck..  

1959
Erste Planungsarbeiten für den Neubau der Gewerblichen Berufsschulen III und IV.

Am 10.April wird anlässlich der 100. Wiederkehr von Erzherzog Johanns Todestag ein Sonderdruck der Schülerzeitung "Der Bleistift" heraus gegeben. Direktor Mathias Schneller kann als Festgäste Landesrat Karl Brunner, Landesschulinspektor HR Franz Stidl, Reg.Rat DDr. Ewald Scheiber vom Landesschulrat, Berufsschulinspektor Peter Harb und Direktor Julius Winkler begrüßen.
Kupferstich, 1818
Sonderdruck einer Erzherzog-Johann-Festschrift unter Beisein von Reporter Rudolf Muck, Landesrat Karl Brunner, Direktor Matthias Schneller und Fachlehrer Walter Außerhofer.

Die provisorische Leitung der Schule hat Berufsschullehrer Josef Wieser.

Die erste Klasse besucht mit Fachlehrer Meditz die Universiätsbibliothek in Graz.    

1960
Im Graphischen Gewerbe gibt es 19 Lehrberufe: Setzer, Schriftgießer, Stereotypeur, Galvanoplastiker, Lithograph, Kartolithograph, Reproduktionsphotograph, Retuscheur, Phototonätzer, Chemigraph, Notenstecher, Tiefdruckphotograph, Tiefdruckretuscheur, Tiefdruckätzer, Hochdrucker, Flachdrucker, Siebdrucker, Tiefdrucker, Kupferdrucker.

Vom 15. bis 21. Mai Studienreise der Lehrlinge des graphischen Gewerbes in Begleitung der Fachlehrer Schönherr, Niederl und Kramer nach Wien. Besichtigt werden die Bibliothek in Admont, die Stadt Linz, die Barockausstellung in Melk sowie in Wien die Druckerei Globus, die Firmen Berthold & Stempel und Freitag & Berndt, die Nationalbibliothek, die Berufsschule, die Farbenfabrik Kast & Ehinger, das Kunsthistorische Museum und die Aufführungen der Oper "Manon" in der Volksoper sowie der Komödie "Bei Tag und Nacht" im Stadttheater.

1961
Vom 14. bis zum 20. Mai Fachexkursion der 3. graphischen Fachklassen (Prichtzig, Grüneis, Majcen, Tanke, Pristav, Fritsch, über Mariazell nach Wien. Besichtigung der Druckerei Elbemühl, von Schloss Schönbrunn, Empfang in der Gewerkschaft, Kahlenberg, Besichtigung von Berthold & Stempel, Berufsschule, Nationalbibliothek, Freitag & Berndt, Hartmann und Kunsthistorischem Museum.
1961.Studienfahrt

Start zur Durchführung von Kursen für den Maschinensatz an der Gewerblichen Berufsschule III am 20. Juni.
Maschinensatzkurs mit Fachlehrer Riedel 

1962
Schülerstudienreise der Lehrlinge der 2. Klasse mit Fachlehrer Karl Schönherr vom 29. April bis 5. Mai. Die Reiseroute führt über Aflenz, Mariazell, Scheibbs, Melk, Krems, St. Pölten nach Wien (Farbenfabrik Hartmann und Kast & Ehinger, Kurier, Schönbrunn, Berthold & Stempel, Globus, Wiener Stadion Österreich gegen Italien, Nationalbibliothek, Berufsschule, Stadthalle, Elebemühl, Kahlenberg, Kunsthistorisches Museum). Auf der Rückfahrt werden der Flughafen Schwechat, die Römersiedlung Petronell sowie der Neusiedler See besucht.

Am 20. Juni Abschlussfeier der erstmals im Schuljahr 1961/62 zusätzlich zum Normalunterricht durchgeführten Kurse für Maschinensatz.

Das Schulorganisationsgesetz vom 27. Juli betrifft erstmals das gesamte Schulwesen; es legt die  Aufgaben, Ziele, den Unterricht und die Gliederung für die österreichischen Schulen fest. Die  Aufgabe der Berufsschule ist folgend definiert: „Die gewerblichen und kaufmännischen Berufsschulen haben die Aufgabe, die Ausbildung der in einem gewerblichen (einschl. kaufmännischen) Lehrverhältnis stehenden Personen (oder in einem auf Grund gesetzlicher Vorschriften diesem gleichzuschaltenden Ausbildungsverhältnis) durch einen berufsbegleitenden, fachlich einschlägigen Unterricht zu ergänzen und zu fördern.“

Dem Kollektivvertrag wird erstmals ein Kollektivvertrag für Lehrlinge angeschlossen.

1963
Am 20. März Übernahme der Schulleitung durch Direktor Heinrich Sonnleitner.

Direktor Heinrich Sonnleitner mit den Lehrern der Gewerblichen Berufsschule III ( v.ln.r.): Krempelmayer, Kraner, Ottawa, Meditz, Kramer jun., Schönherr, Köstl, Pratsch, Schroll, Riedel, Vavra, Außerhofer, Kuntner, Kramer sen., Scheuer, Janisch, Hladnig, Suoanitsch, Fauster, Klug, Fasswald, Wieser, Schenk, Bartsch, Sr. Dirnböck, Dir. Sonnleitner, Hofer, Gsellmann, Dr. Hüttner, Gürtler.
Fachexkursion der 2. grafischen Fachklasse vom 5. bis 11. Mai nach Wien. 1963 Fachexkusion
"Sonntag, den 5. Mai 1963 begann unsere einwöchige Fachexkursion nach Wien. Bei strahlendem Wetter fuhren wir, nachdem die Gepäcksstücke und die Teilnehmer in unserem Autobus verstaut waren, pünktlich um 7 Uhr vom Grazer Hauptbahnhof ab. Über Bruck/Mur, Kapfenberg und den Seeberg führte uns die Fahrt nach Mariazell, wo wir unsere erste Rast einschalteten. Weiterging es dann über Wilhelmsburg nach Melk. Schon von weitem leuchtete uns die wunderschöne Stiftskirche entgegen. Nachdem alle ihr Mittagessen eingenommen hatten, führte uns der Weg durch die Wachau nach Wien in das Jugendgästehaus Pötzleinsdorf.
Am Montag besuchten wir die Druckfarbenfabriken Gebrüder Hartmann uns Kast & Ehinger. Kollege Julisch begleitete uns durch die für uns so interessanten Betriebe. Nach Beendigung der sehr lehrreichen Führungen fuhren wir noch zum Schwechater Flughafen, um einen wirklich modernen Flughafen sehen zu können. Schweren Herzens trennten wir uns von den silbernen Riesenvögeln, um unser Nachtmahl nicht zu versäumen.
Am darauffolgenden Tag mussten wir schon um 6 Uhr aufstehen, damit wir rechtzeitig bei der Druckerei Waldheim-Eberle (Kurier) eintreffen. Das Interessanteste an dieser Führung war die TTS-Anlage, die zu besichtigen wir genug Zeit hatten. Ansonsten konnten wir diesen riesigen Betrieb nur schnell durcheilen, da bereits um 10.30 Uhr der Empfang bei der Gewerkschaft auf dem Programm stand. Zu unserer Begrüßung hatten sich Zentralobmann Arnold Steiner, Znetralsekretär Franz Loitold, Kollege Kohl, Kollege Oskar Steiner, Kollege Franz Kusinek, Kollege Julisch und Mladi eingefunden. Nach einleitenden Worten von Herrn Arnold Steiner wurde uns das völlig neu hergerichtete Gewerkschaftshaus gezeigt. Imponierend ist die Bibliothek und der riesengroße, mit allen Finessen ausgestattete Sitzungssaal. Anschließend waren wir von der Gewerkschaft zu einem Festmahl geladen. Der Nachmittag war mit einem Besuch Schönbrunn's restlos ausgefüllt. Da wir uns in Gruppen teilen konnten, kam jeder auf seine Rechnung.
Androschin, Gabriele, Lendl und Kriechbaum vor Schönbrunn
Frisch ausgeschlafen besichtigten wir am Mittwoch Vormittag Berthold & Stempel, wo sich auch die Heidelberger Generalvertretung befindet. Da waren die neuesten Maschinen der Fa. "Heidelberg", wie eine 2-Farbenbuchdruckmaschine (Rund- und Flachform), Folienprägetiegel und andere aufgestellt. Auch die Herstellung des Satz-Materials und die modernen Setzerei-Einrichtungen, Geräte und Werkzeuge, erregten reges Interesse. Am Nachmittag wurden wir in die Druck- und Verlagsanstalt "Globus" geführt und abends ging es dann in das Wiener Stadion zum Fussballänderspiel Österreich B gegen Italien B. Nach Spielende verließen wir, enttäuscht über die gezeigten Leistungen, das monumentale Stadion.
Am folgenden Tag erwartete uns Kollege Mladi vor dem Portal zur Nationalbibliothek. Die Nationalbibliothek, erbaut nach Plänen Fischer von Erlach's, beherbergt die unglaubliche Anzahl von 1,300.000 Druckschriften und noch 350.000 Handschriften, 105.000 Autographien sowie 7.800 Inkunabeln. In der Sammlung ist auch die 42zeilige Gutenberg-Bibel zu finden. Nach diesem, gerade für das Buchdruckergewerbe so interessanten Teil, begaben wir uns zur Papyrus-Sammlung, die 110.000 Exemplare umfasst. Der Besuch der Berufsschule erweckte bei allen Staunen und ein wenig Neid, da in Graz derart gut eingerichtete Lehrwerkstätten nicht vorhanden sind. Müde kehrten wir abends in unser Heim nach Pötzleinsdorf zurück.
Der Freitag brachte uns am Vormittag einen Besuch der Druckerei Elbemühl, die nach neuesten Gesichtspunkten gebaut und mit modernsten Maschinen ausgestattet ist. Besonders die Tiefdruckrotationsmaschine erregte bei allen großes Aufsehen. Am Nachmittag teilten wir uns in drei Gruppen, sodass jeder seinen Interessen nachgehen konnte. Ein Teil besuchte mit Herrn Fachlehrer Schönherr das Technische Museum, ein anderer unternahm mit Herrn Fachlehrer Dr. Adler eine Fahrt auf den Kahlenberg und der dritte Teil unternahm schließlich mit Herrn Pachlhofer eine Stadtrundfahrt. Den Abschluss dieses Tages bildete ein Theaterbesuch in der Volksoper. Aufgeführt wurde die Operette "Land des Lächelns", die bei allen großen Anklang fand.
Am Samstag, dem Tage unserer Abreise, war am Vormittag noch eine Besichtigung des Kunsthistorischen Museums vorgesehen. Die Führung zeigte uns zuerst die Ägyptologische Abteilung und hernach besahen wir noch die Gemäldegalerie mit Werken von Pieter Brueghel, Dürer, Rembrandt, Rubens, Tizian und anderer großer Meister. Nach einem letzten Mittagessen in der WÖK traten wir dann die Heimreise über Wr. Neustadt und den Semmering an und langten alle wohlbehalten und vieler Erfahrungen reicher wieder in Graz ein."

GBS III GBS III 3. Setzer
1962/63 GBS III Lehrwerkstättenmappe, Redaktion: Zöhrer, Selenko, Lenz, Bleischnitte Elis / Schriftsetzerklasse

1964
Bildungsfahrt der Fachgruppe der Gewerkschaft für Buchbinder ins Burgenland.

Das Steiermärkische Berufsschulorganisationsgesetz beinhaltet die Bestimmungen bezüglich der Organisationsformen der Berufsschule, der Lehrerrolle, der Neulehrerausbildung, des Lehrplanes, der Stundentafel, der Fachgruppen, der Lehramtsprüfung, der Pragmatisierung sowie der Erweiterungsprüfung.

Baubeginn der neuen Gewerblichen Berufsschule III im Berufsschulzentrum Graz-St. Peter.

Bau der GBS III in der Hans-Brandstetter-Gasse 12, Ecke Plüddemanngasse.

Zum Schulschluss überreicht die 3. grafische Fachklasse dem Grazer Bürgermeister eine Leistungsmappe mit ausgesuchten Schülerarbeiten der Schriftsetzer- und Buchdruckerlehrlinge.
1963 Abschlussmappe

1965
Umbenennung der GBS III in Gewerbliche Berufsschule VII für die Gewerbe der Schriftsetzer, Reproduktionsphotographen, Lithographen, Chemigraphen, Kartographen, Buchdrucker, Buchbinder, Friseure, Kosmetiker, Maschinstricker, Modisten, Weber, Schirmmacher, Autosattler, Taschner, mit den Exposituren Blümelhof, Hirtenkloster, Odilien-Blindenanstalt und Taubstummen-Lehranstalt.

Anlässlich des Berufsschulendes der 4. Buchdruckerklasse Abschlussfeier mit Fachlehrer Viktor Vavra im Riederhof am Steinberg und Fahrt auf die Teichalm.
Riederhof 1964 Schulabschluss Teichalm
                                                                                                           Gabriele, Suppan, Schmiedbauer, Lendl, Vavra, Reiber, Kindl, Androschin, Kriechbaum

1967
Lehrer-Studienfahrt zur Besichtigung der Berufsschulen in Bregenz, Ravensburg, Wien und St. Pölten. Exkursionsteilnehmer sind Berufsschulinspektor Dr. Josef Hartmann, Amtsrat Ferdinand Jeindl, Berufsschuldirektor Heinrich Sonnleitner sowie die Vertragslehrer Paul Scheuer und Viktor Vavra.
Studienreise

Schulwiedersehensfeier der ehemaligen 4.b Buchdruckerklasse am 2. Juni im Landhauskeller.
Kindl, Gabriele, Kriechbaum, Elis, Lendl, Reiber, Schmidbauer, Androschin, Wieser, Suppan, Vavra.  

Am 24. November Konstituierung des "1. Steirischen Lehrlingsunterstützungs- und Förderungsvereines" (LUV) in der Josef-Krainer-Siedlung in Graz-Wetzelsdorf mit dem Ziel der gemeinsamen Freizeitgestaltung für Lehrlinge.

1968
Im Juni Berufspraktikum von Anton Klampfer in Basel.
Basel

Ankauf des alten Schulgebäudes in Trahütten als LUV-Lehrlingsfortbildungzentrum.
LUV

1969
Im Berufsausbildungsgesetz
(BAG) vom 26. März wird die gesamte Lehrlingsausbildung in Österreich neu geregelt. 227 Berufe scheinen in der Lehrberufsliste auf. Im Detail werden Rechte und Pflichten der Lehrlinge und Lehrberechtigten, Verhältniszahlen, Lehrvertrag,  die Lehrlingsstelle, Lehrzeit, Berufsbild, Lehrabschluss-, Gesellen- und Meisterprüfung sowie die Lehrlingsentschädigung definiert. Die Vielfalt der Sparten innerhalb des Graphischen Gewerbes wird auf 13 Lehrberufe reduziert (Setzer, Notenstecher, Lithograph, Kartolithograph, Stereotypeur, Galvanoplastiker, Reproduktionsfotograph, Druckformenhersteller Tiefdruckformenhersteller,    Hochdrucker, Flachdrucker,  Kupferdrucker,   Siebdrucker).

Am 2. Oktober eröffnet Bundespräsident Franz Jonas - selbst gelernter Schriftsetzer - die Gewerbliche Berufsschule VII im Berufsschulzentrum Graz-St. Peter, Hans-Brandstetter-Gasse 12, mit einer Ausbildungsfläche von 800 m² für das graphische Gewerbe. Insgesamt werden 188 Lehrlinge (Schriftsetzer, Stempelsetzer, Reprophotographen, Chemigraphen, Buchdrucker, Flachdrucker und Buchbinder) von 2 hauptamtlichen und 10 nebenberuflichen Lehrern unterrichtet.

Landsehauptmann Josef Krainer, Fachlehrer Karl Schönherr, LHStv. DDr. Alfred Schachner-Blazizek und Bundespräsident
Franz Jonas bei der Eröffnung der neuen GBS VII für das Graphische Gewerbe im Berufsschulzentrum Graz-St.Peter.
a
berufsschule 3 gbs 3
          



1970
Es werden der Lehrwerkstätten für Hand- & Maschinensatz, Hochdruck, Reproduktionsphotographie, Lithographie und Chemigraphie sowie für Buchbinder eingerichtet.

1970 Lehrkörper GBS III

1972
Aufgrund der neu eingeführten Berufsbilder hält der Graphische Bildungsverband fünf berufliche Weiterbildungskurse ab.

Für die Abteilungen Satz und Druck wird der Lehrgangsunterricht eingeführt.

Im Berufschulzentrum Graz-St. Peter erfolgt der Spatenstich zum neuen "hk - Jugendzentrum".
LUV
v.l.: Peltzmann, Schreiber, Brandstätter, Hoffer, Kaufmann.

Unter dem Titel "Jugend kennt Jesus" werden in der Steiermärkischen Sparkasse in Graz vom 4. bis 22. Dezember Schülerarbeiten der Graphischen Abteilung der GBS VII ausgestellt.
Schülerzeichnung zu "Jugend kennt Jesus"

1973
Am 1. Juli wird die Lehrzeit in den graphischen Gewerben von vier auf drei Jahre reduziert.

1974
Am 27. Februar Pressekonferenz zur Neueinrichtung der Lehrwerkstätten für Fotosatz und Flachdruck sowie Installierung einer Siebdruckanlage.
GBS VII

Übergabe einer Heidelberg-Offsetmaschine durch Ing. Wölfl an Direktor Sonnleitner in Anwesenheit der Innungsmitglieder KR Rudolf Pontscha, Ernst Huallenz und Hans Köck.

Lehrer-Weiterbildung in den Ferien bei einem internationalen Lehrgang in Heidelberg.
Ausbildungs-Lehrgang der Heidelberger Druckmaschinen AG

1975
Kollektive Sonderschau des Steirischen Graphischen Gewerbes in der Halle 12 auf der Grazer Frühjahrsmesse vom 3. bis 11. Mai unter Beteiligung der Berufsschule.
1975 Grazer Messe
Grafische Sonderschau auf der Grazer Frühjahrsmesse: BM Staribacher, LIM Pontscha

Anlässlich des 70jährigen Bestehens der steirischen Berufsschule für das graphische Gewerbe findet im Kongresssaal der Grazer Messer am 17. November ein Empfang statt.
Festschrift zum 70-Jahr-Jubiläum der Graphischen Berufsschule.
 GBS 7                  




Die grafischen Lehrwerkstätten für Handsatz, Fotosatz, Reprofotographie, Stereotypie, Chemigraphie, Druckformherstellung, Hochdruck, Offsetdruck, Siebdruck und Buchbinderei.

Beginn von Weiterbildungsaktivitäten in Form von Abendveranstaltungen an der graphischen Berufsschule unter der Leitung von Berufsschullehrer Karlpeter Elis: Vortragsabend der Papierfabrik Leykam Mürztaler und der Druckfarbenfabrik Kast & Ehinger, Kurs der Firma Dicopa-Itterheim über Montage- und Kopiertechnik, vom 16. bis 20. Dezember Kurs "Offsetdruck für Buchdrucker".

1976
Anschaffung einer Andruckpresse für den Tiefdruck.

Der Freigegenstand "Leibesübungen" wird eingeführt.

Sonderaustellung der Berufsschule für das grafische Gewerbe im Pavillon des Steirischen Lehrlingsförderungs- und -unterstützungsvereines auf der Grazer Frühjahrsmesse.

Ab 14. Juli Ausstellung von Schülerarbeiten zum Zeichenwettbewerb mit dem Thema "Venite" im Generalat der Salvatorianer, nahe dem Petersdom in Rom unter der Leitung von Geistlichem Rektor Franz Staber.
Venite  
Schüler-Ausstellung "Venite" in Rom mit Audienz bei Papst Johannes Paul II.

In Zusammenarbeit von der Landesinnung "Druck" und der Gewerkschaft "Druck & Papier" Beginn des Umschulungsprogrammes vom Hoch- auf den Offsetdruck unter der Leitung von Berufsschullehrer Karlpeter Elis an der grafischen Schule. Als Vortragende fungieren Walter Schreiner, Ressortleiter des Grafischen Großbetriebes Alfred Wall, Robert Goritschnig von der Universitätsbuchdruckerei Styria und Fachlehrer Viktor Vavra.
Überreichung des Prüfungszeugnisses an Starzer (Leykam)

1977
Alle grafischen Fachklassen werden im 8-wöchigen Lehrgangsunterricht ausgebildet.

Lehrer 1976/77 Lehrerkollegium der GBS VII: Karl Schönherr, Hans Prichtzig, Viktor Vavra, Karlpeter Elis, Gerald Asperger, Helmut Kramer, Erich Folkhard, Josef Janisch, Franz Staber, Josef Wieser

Vom 22. bis 24. April Lehrerfahrt über Gmünd nach Prag.

Vorbereitungskurse auf die Lehrabschlussprüfung der Reproduktionstechniker, Lithographen, Druckformenhersteller und Offsetdrucker in den graphischen Werkstätten der Berufsschule.
LBS 7 Umschulungskurs
Umschulungskurs vom Hochdruck auf den Offsetdruck.
Alle Styrianer haben die Prüfung bestanden: Adunka, Eigner, Jooß, Monsberger, Schwab, Styjcar, Kampl, Lippitz, Vollmann, Treffkorn, Neumeister, Spätauf, Mitterbacher, Schopper, Reautschnigg, Weigl und Starchl.

Im Juli Lehrabschlussfeier im "U-Boot", dem Jugendzentrum der Handelskammer Steiermark, in Graz-St. Peter.
1977.Lehrgangsabschluss
Sektionsobmannstv. KR Rudolf Pontscha überreicht dem Klassenbesten Maximilian Klammler von der Druckerie Schold in Weiz die Auszeichnung der Innung.

1978
Die Berufausbildungsgesetznovelle verfügt, dass nur bescheidmäßig geeignete Betriebe Lehrlinge ausbilden dürfen. Für den Anführgspan wird eine kommissionelle Ausbilderprüfung vorgeschrieben; als Voraussetzung ist die Lehrabschlussprüfung und eine zweijährige Berufspraxis nachzuweisen.
LAP-Prüfungskommission: Elis, Vavra, Schönwetter, Pauritsch, Weiß, Leitner, Hötzl, Zimmermann

Im April Präsentation der Graphischen Abteilung der Berufsschule im Pavillon des Lehrlingsunterstützungsvereines auf der Grazer Frühjahrsmesse.

Handelsminister Josef Staribacher, selbst gelernter Steindrucker, inspiziert die Arbeiten der graphischen Lehrlinge auf der Grazer Frühjahrsmesse.

Anlässlich der Feierlichkeiten "850 Jahre Graz" im Juli Herausgabe einer Kunstmappe mit 20 Stichen von Alt-Graz.
850 Jahre Graz
Lehrlinge übergeben die Kunstdrucke von Alt-Graz an Univ.Prof. Dr. Hanns Koren, Styria-GD Dr. Hanns Sassmann und Landesrat Anton Peltzmann

Lehrerreise nach München.
München

1979
Auf Einladung der Landesinnung Lehrabschlussfeier der grafischen Fachklassen in Deutschlandsberg mit Besichtigung der dortigen Koralpendruckerei und einem Fussballspiel gegen die Druckerei-Belegschaft.
Krasser Deutschlandsberg
Überreichung der Urkunden für einen ausgezeichneten Schulabschluss durch Innungsmeister Pontscha - Komm.Rat Rudolf Krasser mit seiner Betriebsmannschaft

Schulschluss 1978/79
1979 Lehrerkollegium

1980
Exkursion zur Firma ADEVA.

ADEVA Dr. Kramer

Teilnahme einer Schulmannschaft der grafischen Abteilung am 2. Jugendstaffellauf durch die Grazer Altstadt sowie am 4. Steirischen Lehrlingstag in Eibiswald.

Übergabe der WIFI-Lehrwerkstätte Druck durch Landesrat Anton Peltzmann am 12. Juni in der Grabenstraße 86 der Handelskammer Steiermark.
Die graphischen Fortbildungskurse werden unter der Leitung von Karlpeter Elis gemeinsam von der graphischen Innung, dem graphischen Bildungsverband und dem Wirtschaftsförderungsinstitut veranstaltet.
WIFIWIFI
WIFI Judith Naimer
Die Urzelle des WIFI, das ehemalige Stallgebäude in der Grabenstraße 86, wurde zu grafischen Lehrwerkstätten umgebaut / Ing. Erich Bramauer, KR Rudolf Pontscha, Judith Naimer.

 
Eröffnung mit Sektionsobmanstv. LIM Rudolf Pontscha, Styria-General Dr. Hanns Sassmann und Landesrat Anon Peltzmann 

Am 1. November wird die Setzereiwerkstätte der Berufsschule mit einer Fotosetzmaschine im Wert von 700000 Schilling ausgestattet.
Die neue Fotosatz-Anlage der LBS VII mit Innungsmeister Pontscha und WB-Obmann Stoisser

1981
Die Zulassung von Mädchen zu allen grafischen Berufen wird verordnet.

Schulrat Josef Wieser wird am 1. März zum neuen Direktor, Karlpeter Elis am 1. August zum Direktorstellvertreter ernannt.
1980/81 LBS VII
1980/81 LBS VII

Zeitungswettbewerb im Rahmen des Medienseminares im Josef-Krainer-Haus am 15. März.
1981 Medienseminar

Am 15. September Meeting der grafischen Lehrer Österreichs in Salzburg.
Salzburg

Am 18. September Pressekonferenz in Anwesenheit von Landesrat DI Hans-Georg Fuchs anlässlich des Umbaues sowie der Übergabe neuer Maschinen und Geräte zur Vergrößerung der grafischen Lehrwerkstätten für den Fotosatz, Offsetdruck und die Buchbinderei.
Pressekonferenz

Ab 26. September werden an der Berufsschule die Lehrabschlussprüfungen für die grafischen Lehrberufe abgenommen.
Buchbinder

v.l. Goritschnig, Feilhauer, Schönwetter, Pauritsch, Peisser, Elis, Köck, Gomilschak, Stöckl, Dreisgher, Vavra, Schönwetter, Mathans, Khil, Peisser, Martinschitz, Kraxner, Hummer, Goritschnig, Elis


24. bis 26. Oktober Herbstausflug der Lehrer der Landesberufsschule 7 nach Venedig
Venezia
Graz - Soboth - Tarvis - Lido di Jesolo - Motorbootfahrt - Venedig (Scuola di San Rocco, Scuola Grande dei Carmini) - Riviera del Brenta (Villa Pisani) -Padua (Cappella degli Scovegni, Basilika San Antonio) - Venedig Udine - Graz

1982
Die Lehrberufe "Hochdrucker" und "Flachdrucker" werden zu "Drucker" zusammen gefasst.

Grafische Lehrlinge nehmen bei den Steirischen Berufsschüler-Schimeisterschaften auf der Frauenalpe bei Murau am 17. Jänner teil.

Wintersportfest der steirischen Berufsschullehrer am 20. Februar auf der Brandlucke bei Weiz.
Wintersport
Flanschger, Dr. Moderbacher

Herausgabe einer Kunstdruckmappe zur 200. Wiederkehr des Geburtstages von Erzherzog Johann.
Bischof Weber Koren

Überreichung der Erzherzog-Johann-Mappe an Bischof Weber und Landtagspräsident Univ.Prof. Dr. Koren

18. Juni 1982 Lehrlingstag

Juli Schulschluss
Schulschluss 1982

Am 24. September Festveranstaltung zum Jubiläum "500 Jahre Druck in Österreich" mit der Gautsch von ausgelernten Lehrlingen steirischer Druckereibetriebe sowie der Eröffnung des von Karlpeter Elis geschaffenen Grazer Druckmuseums durch Landeshauptmann Dr. Josef Krainer. Ebenso von Karlpeter Elis herausgegeben Festschrift "500 Jahre Druck in Österreich" mit der chronologischen Geschichte des steirischen Druckwesens sowie der Historie der grafischen Berufsschule in Graz.
                                                  
500 Jahre Druck500 Jahre Druck

Herbstreise des Lehrerkollegiums der Landesberufsschule VII Mitte Oktober nach Triest
Graz - Villach - Triest (Schloss Miramare)- Grado - Aquileia (Basilika) - Graz
Triest
Höfler, Kickmaier, Folkhard, Hofer, Sauer, Lirzer, Partl, Uitz, Hoffmann

Lehrerbund-Sitzung im hk-Jugendzentrum in der Hans-Brandstetter-Gasse am 24. November.
Lehrerbundsitzung

1983
Schneidekurs Ende Jänner für steirische Buchbinder an der LBS 7 unter der Leitung von Buchbindermeister Erich Folkhard.

Schneidekurs

JKH-Eisstockturnier am 6. Februar in Deutsch-Feistritz.
Eisstockschießen Eisstockschießen Elis, Strimitzer, Dr. Krainer, Brunnsteiner, DI Paierl

Bundesschimeisterschaften der Berufsschulen in Bezau, Bizau und Au im Bregenzerwald in Vorarlberg.

An der LBS in Bad Radkersburg Weiterbildungsseminar für Leibesübungsleher unter der Leitung von Rudolf Punkenhofer und Karlpeter Elis.
Radkersburg Bad Radkersburg

Im Juli Weiterbildung bei der Duckmaschinen AG in Heidelberg.
Heidelbeg Heidelberg

Wegen Schülermangels wurde in der Südtiroler Berufschule in Bozen die Abteilung für grafischen Berufe geschlossen und die Lehrlinge zum Besuch der Landesberufsschule 7 in Graz verpflichtet.

Personalvertretungswahl an der Berufspädagogischen Akademie des Bundes in Graz: Univ.Prof. Dr. Wurzwallner, Ing. Harnisch, Prof. Eder, BDStv. Elis.
BPA

"Zeichnung, Schrift und Farbe" ist der Titel dreier zu diesen Themen am 11. November von Karlpeter Elis herausgegebener und bei Leykam verlegter Fachbücher.
Elis Zeichung-Schrift-Farbe

Podiumsdiskussion des Graphischen Bildungsverbandes am 21. November im Arbeiterkammerzentrum zum Thema "Was ist grafische Facharbeit heute noch wert?" mit Gerhard Winkler, Karlpeter Elis, Eduard Pirnik, Klaus Zimmermann und Johann Bauer.
Bildungsverband

Als Beitrag zur Hilfsaktion "Licht ins Dunkel" drucken die grafischen Berufsschüler im Adventdorf am Hauptplatz in Graz für jeden seine persönliche "Tagespost".
Hilfsaktion "Licht ins Dunkel"

1984
Masken-Faschingsball der Schulen 7 und 8.
Fasching

28. Bundesschimeisterschaften der Berufsschüler in Aigen-Hochficht im oberösterreichischen Mühlviertel unter dem steirischen Mannschaftsführer Karlpeter Elis.
Aigen-Schlägl Lammeralm

Von der LBS Mitterdorf organisierter Berufsschullehrerschitag auf der Lammeralm im Mürztal.

Landeshauptmannstv. Franz Wegart referiert am 31. März 1984 bei der Sektionskonferenz der Berufsschulehrer im "hk-Jugendzentrum".
Sektion

Einführungsdkurs in die Scannertechnik und Umschulungskurs vom Hoch- auf den Flachdruck im März.
Scannerkurs Umschulungskurs Falzkurs
Fachkurs "Maschinelle Falztechniken" der Fachgruppe der Buchbinder an der LBS 7 Graz unter der Anleitung von Erich Folkhard.

Die Arbeitsgemeinschaft für Leibesübungen unter der Leitung von Karlpeter Elis veranstaltet am 3. Juni das 1. Sommersportfest für Berufsschullehrer in Gleinstätten mit einem Fußballturnier. Mannschaften von 10 steirischen Berufsschulen nehmen daran teil: Arnfels, Gleinstätten, Graz I, Knittelfeld, Mureck, Fürstenfeld, Murau, Eibiswald, Graz II und Graz III. Sieger wird das Team aus Fürstenfeld.
Fürstenfeld Arnfels JKH-Fußballturneir Mannschaften von Fürstenfeld und Graz III (Grazer Berufsschulen 7 und 8).

Dreharbeiten für die ORF-Fernsehproduktion über die Eisenstraße mit Univ.Prof. Dr. Hanns Koren in Eisenerz und am Erzberg.
Erzberg Erzberg Pinter, Krainer, Edlinger, Martinschitz, Elis, Koren

Platzsprecher beim JKH-Fußballturnier in Stattegg.
1984 JKH-Turnier

Informationsbesuch der grafischen Berufsschule in Graz durch die Schweizer Drucker am 21. September.

Fortbildungskurse für das grafische Gewerbe an der Landesberufsschule 7; veranstaltet durch die Landesinnung Druck gemeinsam mit dem graphischen Bildungsverband.

Vom 8. bis 15. Oktober findet in Graz ein Bundesseminar über "EDV und elektronische Verfahren" im Unterricht für grafische Lehrberufe statt. Als Rahmenprogramm sind Betriebsbesuche der Fa. Reproteam, Styria, Wall und der ADEVA sowie ein Theaterbesuch des Steirischen-Herbst-Stückes "Blasius", ein Spanferlkelessen in Deutschlandsberg und der Besuch der LBS Mitterdorf vorgesehen.

1985
Auf der Planneralm und in Aigen im Ennstal findet im am 23. bis 24. Februar das 11. Wintersportfest für Steirische Berufsschullehrer statt. Zur Austragung kommen der Langlauf in Weißenbach, das Eisstockschießen am Putterersee sowie der Riesentorlauf auf der Planneralm.
Aigen Aigen Aigen Aigen

Langlauf / Eisstockschießen Gabi Wiedner & Erika Wölfel / Siegerehrung durch DKfm Viktor Koroschetz & LSI Ing. Jeindl

Vom 25. bis 26. April "Ettenauer's Fotosatz-Ausstellung an der grafischen Berufsschule in Graz.

Schuljahresabschluss 1984/95 Schuljahr 1984/85

Die "Schwarze Kunst" wird auf der 100. Grazer Messe im Pavillon des LUV durch Lehrlinge der grafischen Berufsschule vorgestellt.
1985 Grazer Frühjahrsmesse
1985 Grazer Frühjahrsmesse ORF-Dreh für "Steiermark heute" mit den Messepräsidenten DDr. Götz und Commendatore Höller.

Abschlussprüfungen an der Berufspädagogischen Akademie des Bundes in Graz unter dem Vorsitz von Ministerialrat Dr. Branimir Brezovic.
BPA
Besichtigung von Ehrenhausen mit MR Dr. Branimir Brezovich

In Gleinstätten kommt am 2. Juni das 2. Sommersportfest für Berufsschulehrer zur Austragung. 167 Berufsschulehrer aus der Steiermark und Kärnten nehmen an den Bewerben aus Fußball und Kegeln teil. Sieger wird die Mannschaft der Beruspädagogischen Akademie.
Gleinstätten

Personal-Computer- sowie Druck-Kurs des graphischen Bildungsverbandes an der Landesberufsschule 7 in Graz. Referent BL Reinhard Sauer.

Medienseminar im JKH unter der Leitung von Karlpeter Elis.
Medienseminar
politicum Medienseminar
v.l.: Freitag, Verbic. Breisach, Pfundner, Brunnsteiner, Ziesel - Hirschmann - Elis, Weis (ORF), Ziesel

1986
12. Wintersportfest der steirischen Berufsschullehrer am 18./19. Jänner in Kleinlobming in Knittelfeld mit 358 Teilnehmern in den Bewerben Riesentorlau, Langlauf und Eisstockschießen unter der Patronanz des in den Ruhestand tretenden BSI Reg.Rat Ing. Hermann Nöhrer.
DDr. Scheiber Kleinlobming
Präs. HR DDr. Scheiber, Prof. Flantschger, Prof. Dr. Moderbacher

Vom 19. bis 21. Februar kämpfen 162 Berufsschüler aus Österreich bei den 29. Bundesmeisterschaften in St. Aegid in Niederösterreich um die Titel eines Bundessiegers im Slalom, Riesentorlauf, Langlauf udn Sprunglauf. Das steirische Team unter der Führung von LSI Ing. Jeindl, ORR Dr. Frisee und Karlpeter Elis gewinnt 5 Gold-, 4 Silber- und 3 Bronzenedaillen.

Am 4. März Schülerzeitung "Der Greifer" der grafischen Abteilung
Der Greifer Greifer
Team: Holzschuster, Deli, Terclaucnik, Gasser, Meraner, Langthaler, Anderle, Pirker, Janisch, Leitner, Oder, Unterscheider, Bauer, Santin, Beidl, Matzer, Spöcker, Pattis, Bachler, Raunigg, Konrad, Jell, Kulmer, Perger, Knapp, Gumhold.

Am 7./8. Juni 3. Sommersportfest für Berufsschullehrer in Bad Radkersburg.
Radkersburg

Karlpeter Elis promoviert am 26. Juni an der Karl-Franzens-Universität in Graz mit den Fachrichtungen aus Bildungs- & Erziehungswissenschaften sowie Kunstgeschichte zum Doktor aus Philosophie.
Promotion
Times

Dr. Karlpeter Elis wird am 1. August zum neuen Direktor der Landesberufschule 7 in Graz mit den Abteilungen für Grafiker, Friseure und Kosmetiker ernannt.
1.8.1986 Elis Direkto LBS 7

Festveranstaltung "10 Jahre Berufspädagogische Akademien" Österreichs anfangs Oktober an der BPA unter Dir. Hofrat Dr. Edwin Payr in Graz.
HR Dr. Edwin Payr BPA DDr. Scheiber BPA
BPA BPA
BPA BPA
HR Dr. Payr / BPA Prüfungskommission / HR DDr. Scheiber / Minoritensaal / Empfang Schloss Eggenberg mit LR Jungwirth u. MR Dr. Knarr

An der LBS 7 werden am 28. Oktober von Dir. Dr. Elis, LIM Rudolf Pontscha, Kammerat Martin Stark und Johann Bauer 3 neue Lehrberufe für den Bereich Graphik vorgestellt. Insgesamt gibt es jetzt 11 Lehrberufe: Typografiker, Stereotypeur, Galvanoplastiker, Reproduktionstechniker, Kartolithograf, Druckformtechniker, Tiefdruckformenhersteller, Drucker, Flachdrucker, Siebdrucker, Kupferdrucker.

1987
13, Wintersportfest der steirischen Berufsschullehrer am 21./22. Februar in St. Jakob im Walde am Wechsel. Unter der Veranstaltungsleitung der LBS Hartberg I und der ARGE Leibesübungen finden in Anwesenheit von LAbg. Dr. Reinhold Lopatka Bewerbe im Langlauf, Eisstockschießen und Riesentorlauf statt.
St. Jakob St. Jakob Tasotti, Elis, Pichler, Hoffmann, Meyer, Partl, Folkhard

In Bad Radkersburg werden die Bundesmeisterschaften der Österreichischen Berufsschüler ausgetragen. Organisiert von der ARGE für Leibesübungen unter Dr. Elis nehmen 387 Lehrlinge aus ganz Österreich teil.
Radkersburg Radkersburg Radkersburg Radkersburg
ritensaal /v.l.: LSI Lachmayr, MR Dr. Winkler, BSI Hansel, HR Dr. Frisee, LSI Schön, BSI Roßbacher, LSI Rothschädl, Präs. Wegart, Präs. DDr. Scheiber

Besuch der Schüler der grafischen Abteilung durch eine Abordnung der GAK-Fußball-Mannschaft mit ihrem Trainer Adi Pinter.
GAK

Aus Anlass "25 Jahre Religionsunterricht an Berufsschulen" wird im Schulzentrum Graz-St.Peter ein von Schülern geschaffener Bildstock aufgestellt.

"Schulpraktische Übungen" im Rahmen der Lehrerausbildung an der BPA am 20. Mai an den Berufsschulen in Bad Radkersburg und Oberwollanig in Kärnten.
SPÜ

Im Juni Gründung des "B+S-Fonds" im neuen Firmensitz von Berthold & Stempel in Wien.

Schulabschlussfahrt der Lehrer der LBS 7 am 3. Juli nach Marburg.
Marburg

Bildungsaustausch in Los Angeles mit Tom Nieto in dessen dortiger Print-School.
Tom Nieto Los Angeles Los Angeles

Bildungsreise der ARGE Berufsschuldirektoren ins neue Berufsschulzentrum nach Bozen.
ARGE BD ARGE BD Engelbrecht, Elis, Labres, Praßl

Fortbildungsseminar aus Leibeübungen an der LBS Aigen im Ennstal.
Aigen Aigen Aigen Putterersee

Besichtigung der Firma "Heidelberg Druckmaschinen AG" am 24. Oktober in Heidelberg durch die ARGE der grafischen Fachlehrer Österreichs unter der Leitung von Dr. Elis.
Heidelberg

"20-Jahr-Jubiläum" des Lehrlingsünterstützungsvereines am 27. November im Festsaal der Handeslskammer Steiermark.
LUV LUV

Im Rahmen der Winterakademie zum Thema "Bildung" erarbeitet der Arbeitskreis "Berufsschule" unter der Leitung von Dir. Dr. Elis Zielpunkte für die zukünftige Berufsschule: u.a. verstärkte Kontakte zwischen Lehrlingen, Berufsschulehrern und Ausbildnern, Begabtenförderung, verpflichtende Weiterbildung für Lehrer in der Freizeit, Managementausbildung als Voraussetzung für angehende Direktoren, internationaler Lehrlingsaustausch, Schulpartnerschaft mit anderen Schultypen, Erlernen eines Berufes als Zusatzangebot in der Oberstufe der AHS, eigene Werbemanager für die Berufsschulen ...

1988
Austragung der 2. Bundesmeisterschaften der österreichischen Berufsschullehrer auf der Bärenalpe im oberösterreichischen Hinterstoder.

Landesrätin Waltraud Klasnic, Landesschulinspektor Ing. Heinrich Jeindl, die Hofräte Dr. Walter Frisee und DI Franz Josel sowie Direktor Dr. Karlpeter Elis nehmen den Spatenstich für die neue Sporthalle im Berufsschulzentrum Graz-St.Peter vor.
Sporthalle
Sporthalle Spatenstich

4. Sommersportfest mit 130 sportbegeisterten Berufsschullehrern in Feldbach.
Feldbach

Schuljahresschluss am 1. Juli mit Lehrerfahrt nach Grado.
1987/88 Grado

"Beruf und Gesinnung", die Zeitung des Lehrerbundes, erscheint in neuem Look.
Beruf und Gesinnung

1989
31. Bundesschimeisterschaften für Berufsschüler vom 18. bis 20. Jänner in Waidring in Tirol.

Anfang April Wintersportseminar in Schladming.
Schladming

Gleichenfeier des Sporthallenbaues für das Berufsschulzentrum Graz mit Landesrätin Waltraud Klasnic sowie den Hofräten Dr. Walter Frisee und DI Franz Josel am 24. April.
Sporthalle

Zu Schulschluss am 30. Juni Lehrerfahrt ins Reiterzentrum von Balatonfenyves am Plattensee.
Balatonfenyves

Präsentation des Filmes "Steirische Landesberufsschulen" von Dir. Dr. Karlpeter Elis am 26. September durch Landesrätin Waltraud Klasnic.

Berufsschullehrer-Sommerspiele Ende September an der Landesberufsschule in Bad Gleichenberg.
Gleichenberg
Bad Gleichenberg Gleichenberg

v.l.: Winkler, Loitzl, Siegl, Elis, Goschnik

Präsentation der Landesberufsschule 7 bei der 1. steirischen Berufsinformationsmess in Hartberg vom 11. bis zum 17. Oktober.

Direktorenfahrt nach Grado.
Grado

Am 30. Oktober diskutieren unter der Leitung von Dir. Dr. Elis Landesrätin Klasnic, Landesschulratspräsident Univ.Prof. Dr. Schilcher und Kurator KR DI Gebell zum Thema "Duale Ausbildung in der Zukunft".

Bischof Johann Weber besucht anläßlich der Bildstocksegnung am 1. Dezember die Landesberufsschule 7 in Graz.
Bischof Weber
Bischof Weber

1990
Aigen im Ennstal ist am 19. und 20. Jänner der Austragungsort der 3. Bundes-Winterspiele für Österreichische Berufsschullehrer mit einem Riesentorlauf am Dachsteingletscher, Langlaufen in Weißenbach und Eisstockschießen am Putterersee.

Unter dem Titel "ZüZ" (Zeitung über Zeitung) präsentieren am 30. April Studenten des Medienkundlichen Lehrganges an der UNI Graz und Lehrlinge der grafischen Berufsschule ihr gemeinsames Zeitungsprojekt.
Zeitung "ZüZ"

5-tägige Lehrerfortbildungsveranstaltung mit dem Titel "So arbeiten Medien" am Pädagogischen Institut in Graz unter der Leitung von Dr. Elis.

Fortbildungsseminar in Zeltweg mit den Sportarten Eisstockschießen, Eislaufen und Eishockey.

Bundesmeisterschaften für Berufsschüler in Eggenburg in Niederösterreich.
Eggenburg

Schulabschlussfahrt

Im September Gründung der Zeitschrift "Schule" des Steirischen Landesschulrates durch das Redaktionsteam Karlpeter Elis, Ernst Eck und Werner Egger.
Gründung der Zeitschrift "Schule"

Am 17. November präsentieren bei der Landesbuchausstellung im Künstlerhaus die Buchbinderlehrlinge ihr Können.
Buchbinder

Der Grafischen Berufsschule wird am 20. November von der Wiener Firma "Brüder Henn" eine MAN-Offsetdruckmaschine im Wert von 1,7 Mill. Schilling als Geschenk übergeben.
Übergabe Offsetdruckpresse

1991
Freundschaftstreffen in der ARPAD-Schule von Szegesfehervar in Ungarn am 22. Februar.
ARPAD

Weiterbildung bei MAN-Roland Druckmaschinen in Offenbach vom 2. - 3. Mai.
MAN
v.l.: Elis, Folkhard, Neuhold, Sauer.

Im Mai Dienstreise nach Finnland zur Erkundung des dortigen Schulsystems.
Finnland v.l.: Dr. Eck, Dr. Schweintzer, Präs. Dr. Schilcher, Hudabiunigg, Dr. Elis, Dr. Bbruckner

Tagung der Arbeitsgemeinschaft für Berufsschuldirektoren an der Landesberufsschule Aigen im Ennstal am 24.5.
Aigen v.l.: Trummer, Elis, LSI Jeindl, BSI Pichler, Praßl

Lehrerausflug zur Partnerschule in Banska Bystricadie in der Slowakei am 28. Juni.
Preßburg
Slowakei

Vom 11. bis 13. Oktober Austragung der Sommersport-Bundesmeisterschaften der österreichischen Berufsschullehrer in Bad Gleichenberg. An den Bewerben "Fußball", "Dreikampf" (Laufen, Radfahren, Schießen) und "Tanz" nehmen auch Teilnehmer aus Ungarn sowie dem Unterrichtsministerium teil.
Szekesfehervar Gleichenberg Gleichenberg Gleichenberg

Treffen österreichischer grafischer Fachlehrer bei der Firma Henn in Wien.

Am 18. September 1991 Eröffnung der von Dr. Karlpeter Elis initiierten und konzipierten Sporthalle im Schulzentrum Graz-St.Peter durch Landeshauptmann Dr. Josef Krainer. Damit erhalten die 8000 Lehrlingen eine ideale Möglichkeit zur Sportausübung aller Art, unabhängig von jeder Witterung.

Sporthalle

Unter Führung der Arbeitsgemeinschaft Reise der steirischen Direktoren am 18. Oktober ins Gestütt nach Balatonnagybaroki am Plattensee.
Balatonnagybaroki
Balaton

1992
LÜ-Wintersport-Seminar in Radstadt i
m März.

Herausgabe der Schülerzeitung "Pixel" im April 1992.

Im Rahmen eines Workshops bringen im Juli Studenten des Medienkundlichen Lehrganges an der Karl-Franzens-Universität gemeinsam mit den Lehrlingen der grafischen Abteilung der Landesberufsschule 7 die multkulturelle Zeitung "Travnicek" heraus.
Travnicek

SLÖ-Lehrerreise nach Bozen.

Am 26. Juni Besuch der ARPAD-Partnerschule in Szegesfehervar.
Szekesfehervar

Zu Schulschluss am 3. Juli Lehrerausflug nach Grado.
Grado LBS 7

Vernissage des 1. Kunst-Sweatshirts "Sonne & Mond" am 29. Oktober am Kirchturm der Herz-Jesu-Kirche. Die Entwurfsideen dazu erfolgten in einem grafischen Dialog mit den Lehrlingen der LBS 7 zum Motto "Wir Zwei".

Fachlehrer Helmut Kramer, Lithograph und Werbegrafiker, präsentiert am 6. November in der Hypo-Bank eine Ausstellung seiner Aquarelle von Stadtansichten.

Zu Faschingsbeginn am 11.11. Herausgabe des von den Abteilungen Friseure, Kosmetiker & Grafiker der Landesberufsschule 7 eigenständig in einer limitierten Auflagenhöhe von 1000 Stück gefertigten Jahreskalenders 1993 "Haarmädchen". Die Präsentation erfolgt im Beisein von über 1000 geladenen Gästen der Grazer Society in den Kellergewölben der Sektfirma Kleinoscheg.

     

Der Landesschulrat für Steiermark spricht den grafischen Fachklassen für die Herstellung der Weihnachtsbillets zur Integration behinderter Kinder an steirischen Schulen "Besondere Anerkennung" aus.

1993
"Die Zusammenarbeit des Grazer Stadtmuseums mit Lehrlingsklassen der Berufsschule 7 hat Tradition. Beim Halbtagsbesuch am 24. März wird das Museum 'dialogisch' erobert."
Stadtmuseum
An der Tiefdruckpresse im Grazer Stadtmuseum.

Fachexkursion der Kosmetik- und Grafikerklassen am 6. Juni nach Budapest.
Budapest
Budapest Balatonfenyves

Schulschluss-Lehrerfahrt am 2. Juli nach Pettau.
Pattau
Jeruzalem

Neueinrichtung des Direktionsbüros der LBS 7 in Graz.
LBS 7 LBS 7

14. September: Die grafischen Berufsschüler produzieren das vom Dichter Helmut Eisendle ersonnene und vom Maler Günter Schimunek illustrierte bibliophile Druckwerk namens "Rachilde".
Rachilde

"Der Autor Helmut Eisendle und der Maler Gunther Schimunek haben ihr gemeinsames Opus zwei aus der Taufe, sprich aus der Druckerei der Landesberufsschule 7 in Graz St. Peter gehoben: ein Kunstdruckbuch names 'Rachilde'. Die Präsentation nahm Stadtrat DI Helmut Strobl vor."

LÜ-Seminar am 27. Oktober am Ossiachersee.
Ossiachersee Gerlitze

Grafiker und Buchbinder zeigen ab 14. Oktober im LUV-Pavillon auf der Grazer Herbstmesse ihr Können.

Am 5. November Besuch der ARPAD-Fachschule in Szekesfehervar, in Ungarn, anlässlich ihres 100jährigen Jubiläums.
Szegesfehervar

Die ARGE der steirischen Berufsschuldirektoren veranstaltet eine Reise in die Slowakei.
Topolcani In Topolcani Uwe Trummer, Erich Praßl, Fritz Pristavnik

Seminar der Arbeitsgemeinschaft "Grafisches Gewerbe" am 21. November in Bregenz am Bodensee unter der Leitung von Dir. Elis.
1993
Besuch des Zeitungsmuseum in Meersburg am 21. November.

1994
Im Rahmen der neu geschaffenen Akademie für Ergotherapie erlernen die Studierenden auch die Grundfertigkeiten in mehreren Berufen; darunter auch den Beruf eines Buchbinders an der Landesberufsschule 7 in Graz.

Vom 3. bis 6. Juni Fachexkursion der grafischen Abteilung zur internationalen grafischen Fachmesse "GEC '94" nach Mailand. Die Reise führt über die Dolomiten ("Drei Zinnen"), Südtirol, St. Moritz nach Mailand und über Lido di Jesolo zurück nach Graz.
3 Zinnen Schaffler
3 Zinnen / Jesolo

Vom 10. bis 11. Juni Teilnahme an den 11. Sommer-Bundesmeisterschaften für Berufsschüler in Gmunden.

18. Steirischer Lehrlingssporttag am 16. Juni in Mureck.

1995
Im Rahmen der Fachexkursion vom 7. bis 11. Mai zur Internationalen Fachmesse "DRUPA" nach Düsseldorf stattet die Landesberufsschule 7 als erste Berufsschule dem Steiermark-Haus in Brüssel einen Besuch ab. Weitere Stationen sind die Firma "Heidelberger Druckmaschinen AG" in Wiesloch, das "Gutenberg-Museum" in Mainz und das Musee Paltin Moretus in Antwerpen.

                                                     EU-Parlament und "Steiermarkhaus" in Brüssel

Gemeinsames Projekt "Das Nützliche und das Fremde" des Grazer Stadtmuseums und der LBS 7 Graz mit vier Lehrlingsklassen.

Reise am 10. Juni nach Rumänien im Rahmen des Schulprojektes zur Renovierung der Krankenpflegeschule in Craiova.
Craiova
Ceausescu-Palast in Bukarest

Sportfest an der ARPAD-Fachschule in Szegezfehervar.

Präsentation der Ergebnisse des Pilotprojektes der Landesberufsschule 7 mit der steirischen Gesellschaft für Wirbelsäulenforschung zu Haltungsproblemen bei Berufsschülern am 22. Juni durch Univ.Prof. Otto Fleiß und Dir. Dr. Karlpeter Elis.

Exhibition der Basketballclubs ABC Merkur und UBSC Graz in der neuen Sporthalle des Berufschulzentrums Graz-St. Peter vor 600 begeisterten Lehrlingen.
ABC Merkur

In einer Sitzung am Pädagogischen Institut in Wien wird Dir. Dr. Karlpeter Elis von den Bundesländervertretern einstimmig zum neuen Leiter der "Arbeitsgemeinschaft für das Graphische Gewerbe Österreichs" gewählt.     

1996
In der Steiermark gibt es
24 Landesberufsschulen sowie eine private Berufsschule in der Karlau.

Besuch einer Delegation aus Südkorea am 2. Februar an der Landesberufsschule 7 in Graz.
Uni-Besuch aus Südkorea

Bei der Steirischen Lehrlingsenquete am 12. Februar im Saal der Arbeiterkammer wird eine "Erklärung von Graz" zur Lehrlingsausbildung unterzeichnet.

Abordnung steirischer Lehrlinge bei dern Fronleichnamsprozession mit Bischof Weber.
Fronleichnamsprozession

Die grafischen Lehrlinge Kärntens werden an die Landesberufsschule 7 nach Graz ausgeschult.

Am 19. September Direktorenfahrt nach Venetien.
Brenta

1997
In der
Gewerbeordnung wird die Anzahl der 153 Gewerbe auf 82, jene der 96 Handwerke auf 43 reduziert.
LBS 7

35. Bundeswinterspiele für Berufsschüler um den "Grimmintor-Cup" vom 14. bis 17. Jänner in Bad Mitterndorf und Tauplitz unter der Leitung von Dr. Elis.

35. Bundeswinterspiele "Grimmingtor-Cup" / Organisation ARGE LÜ: Felber, Reiner, Elis, Pflanzl, Hintergräber, Schiestl, Fasching, Sölkner / Eröffnungsfeier in Tauplitz

Parallelslalom / Eisschnellllauf / Gulaschkanone des Bundesheeres / Langlauf

Schispringen / Eisstockschießen / Siegerehrung mit Hupo Neuper in Bad Mitterndorf

Sonnleitner

Als Schulprojekt Hilfsaktion zusammen mit der Caritas zur Renovierung der Krankenpflegeschule in Craiova, Rumänien, im Juni.
Craiova
Craiova

Renovierung der desolaten Krarkenschwesternschule in Craiova.

1998
ORF-Sendung "Treffpunkt Steiermark" am 13. Jänner mit Schülern der Landesberufsschule.
ORF

Druckmuseum Reproduktionsfotografie Siebdruck Druckmaschinensaal

Am 27. Februar Treffen in Szeged zum gemeinsamen Erasmusprojekt der 3 Fachschulen aus Darmstadt (Deutschland), Graz (Österreich) und Szeged (Ungarn).
Szeged Szeged Szeged

Anlässlich der "Data-Print-Messe" Tagung der Arbeitsgemeinschaft des Grafischen Gewerbes in Linz vom 31.3. bis 1.4. unter der Leitung von Dr. Elis.
Elis

Schulabschluss in Stiegl am Ossiachersee am 5. Juli.
Stiegl
Ossiach Ossiach

1999
Reinhard Sauer
Das mit 15 Millionen Schilling vom Telekomreferat der steirischen Landesregierung gestartete Großprojekt "Steirisches Bildungsnetz" ermöglicht allen 24 steirischen Berufsschulen den Zugang zum Internet.
Frisurencomputer
EDV-Lehrwerkstätte der grafischen Berufsschule.

Schülerzeitung "Pixel"
Pixel
Klasse: Höbl, Ruß, Stoik, Petrson, Zotter, Renner, Grill, Beck, Mahr, Kalötzin, Dobida, Stabentheiner, Salmutter, Rypka, Mandl, Baumgartner.

2000
"Dankes-Dekretverleihung" am 16. Juni.
Dekret

Lehrertreffen im "Kleinen Elefanten" am 27. November.
Schallerl, Folkhard, Elis, Ermler, Zipper, Prach, Hoffmann

2001
Lehrerausflug mit Zwischenstopp an der Gastgewerbeschule in Oberwollanig nach Mariano del Friuli mit LIM Pontscha.
Mariano
Schallerl, Prach, Pontscha, Hoffmann, Folkhard, Gerstl, Prach, Ermler, Tantscher

2013
Unter dem Motto "Bildung-Wirtschaft-Politik" Einladung durch Landtagspräsident Franz Majcen zu einem Treffen von Verantwortlichen für das duale Ausbildungssystem in der Landstube des Steiermärkischen Landtages.

Majcen Landtag
v.l.: Schallerl, Goritschnig, Folkhard, Lemmler, Dorfer, Strimitzer, Bruckner, Josel, Hoffmann, Majcen, Frisee, Hoffmann, Tantscher, Elis, Heuberger, Reiner, Schönberg, Harnisch, Prassl.

Literatur
Lafer, Rudolf: 20 jahre typographische gesellschaft graz. Graz: Styria. 1930.
Fenz, Hans: Fünfzig Jahre Berufsschule des Graphischen Gewerbes für Steiermark in Graz. Graz: Gewerbliche Berufsschule III. 1955.
70 Jahre Grazer Typographen Sängerbund. Graz: Leykam AG. 1962
Elis, Karlpeter: Gewerbliche Berufsschule VII - Graphische Abteilung. Graz: Gewerbliche Berufsschule VII. 1975.

Elis, Karlpeter: Gott grüß die Kunst! Graz: Gewerbliche Berufsschule VII. 1978.
Elis, Karlpeter: Lehrwerkstätten Druck. Graz: Landesberufsschule 7. 1980
Elis, Karlpeter: Chronik Landesberufsschule 7 Graz. Graz: Landesberufsschule 7. 1981.
Elis, Karlpeter: 500 Jahre Druck in Österreich. Graz: Landesberufsschule VII. 1982.